Zur geplanten Jugendherberge an der Osternacher Straße (Berichte und Leserbriefe im Lokalteil):
Die geplante Jugendherberge hat in den vergangenen Monaten für viele Kontroversen gesorgt. Es gilt einige ganz profane Gesichtspunkte zu überdenken, die, wie ich finde, in den Planungen des großen Ganzen doch empfindlich zu kurz kommen.
Das Wort Herberge signalisiert dem Reisenden Schlichtheit und Bescheidenheit der gewählten Unterkunft. Jugendherbergs-Traveller, ob jung oder alt, möchten ganz banale Dinge mit Gewissheit vorfinden. Das sind ein Bett, eine Dusche und schmackhafte Mahlzeiten zu moderaten Preisen. Mindestens genauso wichtig sind liebevolle, umsorgende und freundliche Herbergseltern.
Die Reisenden kommen hierher, um unseren Chiemgau mit seiner wunderschönen Natur kennen zu lernen. Der See, die Berge und unsere Kultur sind der größte Luxus, den wir bieten können. Mit diesen einzigartigen Werten können wir punkten.
Da drängt sich doch die Frage auf, ob wir den geplanten Neubau größer, schöner, moderner, schicker mit Meditationsraum und Dachbepflanzung auf dem anvisierten exponierten Grundstück wirklich brauchen? Versucht man da wieder einmal mit Menschenhand die Kunst der Schöpfung zu toppen?
Claudia Schneider
Prien