Prien hat Markenleitbild entwickelt

„Lebenswerteste Seegemeinde“ werden

von Redaktion

Prien will die „lebenswerteste Seegemeinde im Alpenraum“ werden. Dieses hohe Ziel hat die Gemeinde am Ende der Entwicklung eines Markenleitbildes ausgerufen. Knapp 30 Teilnehmer haben über eineinhalb Jahre in Workshops die Stärken Priens und seine Entwicklungsperspektiven definiert.

Prien – Politiker, Touristiker, Unternehmer, Vertreter der Jugend und der Senioren und einige mehr waren beteiligt. Moderiert und gesteuert wurde die Entwicklung des Markenleitbilds von Profis: von CenTouris, dem Centrum für marktorientierte Tourismusforschung der Universität Passau.

Angestoßen hatte den Prozess Andrea Hübner, lobte Bürgermeister Jürgen Seifert bei der exklusiven Vorstellung des Markenleitbilds für die Chiemgau-Zeitung im Rathaus die Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH (PriMa). Sie hatte nach ihrem Amtsantritt als PriMa-Chefin vor gut zwei Jahren festgestellt, dass es zwar für Teilbereiche der Entwicklung Konzepte und Strategien gibt, aber keine Zusammenfassung zu einer „branchenübergreifenden und profilierten Zukunftsstrategie“.

Die knapp 30 Teilnehmer der Workshops haben die Stärken und Charakteristika Priens in acht Schlagworten zusammengefasst (siehe Kasten). Sie bekommen nun als „Markenbotschafter“ eine kleine, faltbare „Kompasskarte“ als „Werkzeug“ an die Hand, auf der die wichtigsten Schlagworte und Leitsätze festgehalten sind.

Erklärtes Ziel ist es, alle Angebote, Dienstleistungen und Infrastrukturen darauf auszurichten, dass sich Prien von ähnlichen Orten abgrenzt und als „lebenswerteste Seegemeinde im Alpenraum“ als unverwechselbare Marke positioniert. Die Markenbotschafter sollen zunächst vor allem intern als Multiplikatoren für die gemeinsame Sache werben, auch den Blick dafür schärfen, dass Alltägliches, das der Priener gar nicht mehr wahrnimmt, vielleicht doch etwas Besonderes ist. Die Markenbotschafter sollen im Ort für eine positive Stimmung sorgen und so möglichst viele Akteure motivieren, den weiteren Prozess aktiv zu begleiten.

„Wir haben ein sehr, sehr lebenswertes Umfeld“

Klaus Löhmann, Wirtschaftsreferent

Mittel- und langfristig soll sich das Leitbild ins Bewusstsein von immer mehr Menschen einprägen, von den Einheimischen soll quasi der Funke weiter auf die Urlaubsgäste überspringen. „Es ist wichtig, dass die Marke verstanden und gelebt wird“, betont CenTouris-Geschäftsführer Dr. Stefan Mang. So soll die Marke Prien von innen nach außen wachsen, ergänzt Cen-Touris-Projektleiter Alois Dorfner.

„Wir haben ein sehr, sehr lebenswertes Umfeld“, fasst Wirtschafts- und Tourismusreferent Klaus Löhmann die gute Ausgangslage zusammen. Im Umkreis von 25 Kilometern finde sich praktisch jede Landschaftsform: Wasser in fließender und stehender Form, Moore, Berge und vieles mehr. „Wir brauchen Mut, etwas anzupacken“, fordert Löhmann für die Weiterentwicklung Priens. Und Bürgermeister Jürgen Seifert setzt noch eins drauf: „Wir wollen nicht die Nummer zwei werden.“ Jetzt gehe es vor allem darum, die definierten Werte und Ziele „bewusst zu leben und nach außen zu tragen, damit sie um sich greifen“.

Für Hübner geht es zusammengefasst darum, „Begeisterung“ zu wecken und dann zu erhalten. Das Kriterium „Lebenswerteste“, mit dem Prien die Kategorie der Seegemeinden im Alpenraum in einiger Zukunft anführen wolle, beschreibe ein immer knapper werdendes Gut im Umfeld zunehmender Verstädterung und bedrohlichem Massentourismus an den attraktiven Seen im Alpenraum“, erläutert die PriMa-Chefin. „Es impliziert eine bewusste, quantitative Selbstbeschränkung und Verstärkung qualitativer Aspekte über alle Handlungsfelder hinweg.“

Für Priens Tourismuschefin ist die Bandbreite möglicher Aktivitäten groß, sie reicht von der Schaufenstergestaltung im Einzelhandel bis zu sogenannten Leuchtturmprojekten, also großen Projekten, die weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit erregen.

„Wir brauchen Mut, auch mal was

zu ändern“

Andrea Hübner, PriMa-Chefin

Wie Löhmann fordert sie „Mut, auch mal was zu ändern“. Und sie hebt hervor, dass auch und gerade die vermeintlichen Kleinigkeiten wichtige Mosaiksteine im Gesamtbild sein können. So habe die PriMa beispielsweise, nachdem sie von der Gemeinde vor einem Jahr die Verantwortung für die umgebaute Galerie im Alten Rathaus übertragen bekommen habe, „an einigen Stellschrauben gedreht“, um mehr Publikum anzulocken. Spezielle Führungen, Musikabende und „After-Work-Partys“ waren 2017 solche „Stellschrauben“.

Den Blick zu schärfen, damit Gewohntes wieder positiv wahrgenommen wird, ist auch Andreas Friedrich ein Anliegen. Der Leiter des Ordnungsamtes im Rathaus, der für den Bereich Ortsentwicklung im Gesamtpaket verantwortlich zeichnet, nennt beispielhaft die vielen Chiemseemaler-Werke, die in Büros im Rathaus an Wänden hängen und kaum beachtet werden. Mit einer Führung oder an einem Tag der offenen Tür ließe sich das ändern.

Die Akzeptanz aller möglichen Aktivitäten steht und fällt Mang zufolge mit der Glaubwürdigkeit, sie müssen „zur DNA“ Priens passen, um die erwünschte Begeisterung auslösen zu können.

Nächster Schritt bei der Verbreitung des Markenleitbilds soll Hübner zufolge der Neujahrsempfang von Gemeinde und PriMa für geladene Gäste sein.

Acht Werte machen Prien aus

Acht Wertbegriffe wurden in einem langen Diskussionsprozess als Essenz der vorhandenen Angebotsfülle herausgearbeitet, für die Prien bereits belegbar steht:

• traditionsverwurzelt

• natursportbegeistert

• kulturverliebt

• fortschrittlich

• gesundheitsbewusst

• lebhaft

• kreativ

• zugänglich

Artikel 1 von 11