Marktgemeinderat

5,7 Millionen Euro für Investitionen

von Redaktion

Einstimmig hat der Marktgemeinderat am Mittwochabend den Haushalt für das Jahr 2018 verabschiedet. Er hat ein Gesamtvolumen von 35 Millionen Euro. Obwohl Sparsamkeit geboten ist, sollen 5,7 Millionen Euro investiert werden, und das, ohne neue Schulden zu machen.

Prien – Die Eckdaten des Zahlenwerks hatte der Marktgemeinderat Ende Oktober in einer zweitägigen Klausur festgezurrt. In der öffentlichen Sitzung wurde nun die Quintessenz dieser Beratungen vorgestellt. Bürgermeister Jürgen Seifert ließ am Mittwochabend durchblicken, dass man vor knapp zwei Monaten mit einem rechnerischen Defizit zwischen erwarteten Einnahmen und Ausgaben von 1,8 Millionen Euro in die Beratungen gegangen sei. „Wir haben eineinhalb Tage damit zugebracht, auf Maßnahmen zu verzichten“, deutete er an, dass wohl alle Fraktionen Abstriche auf ihren Wunschlisten machen mussten. Der Etat sei gekennzeichnet von einem „Sparkurs, ohne auf zukunftsweisende Maßnahmen verzichten zu müssen“. Über die Haushaltsreden des Bürgermeisters und der Fraktionssprecher berichten wir noch gesondert.

Der Verwaltungshaushalt, sozusagen der Pflichtteil, aus dem der laufende Betrieb bezahlt wird, summiert sich laut Kämmerer Georg Schmid auf 29 Millionen Euro. Das sind knapp 800000 Euro mehr als heuer.

6,65 Millionen Einnahmen aus der Einkommensteuer

Größer Einnahmeposten ist die Einkommensteuerbeteiligung, die einmal mehr ansteigt im Jahresvergleich um eine Viertelmillion auf kalkulierte 6,55 Millionen Euro. Aus der Gewerbesteuer erwartet der Markt Prien 2018 4,29 Millionen auf der Habenseite, 110000 mehr als in diesem Jahr. In den vergangenen Jahren entsprachen die Prognosen am Ende meist sehr genau den tatsächlichen Einnahmen, ein Beleg dafür, dass eher vorsichtig und mit verlässlichen Prognosedaten gearbeitet wird. Auch die sogenannten Schlüsselzuweisungen sollen steigen, um 150000 auf 2,1 Millionen Euro.

Größter Ausgabeposten im Verwaltungsetat ist die Kreisumlage. Hier rechnet der Kämmerer mit einem Anstieg um 327000 auf 5,28 Millionen Euro.

In der Kalkulation wird im Verwaltungshaushalt ein Überschuss von 3,15 Millionen Euro erwirtschaftet. Diese sogenannte Zuführung an den Vermögenshauhalt ist wesentlicher Pfeiler zur Finanzierung von Investitionen. Weil weit mehr als die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung, die sich wiederum an der Höhe der Schuldentilgung orientiert, vom Verwaltungs- in den Vermögensetat fließt, und der Markt Prien auch nicht plant, 2018 neue Schulden aufzunehmen, muss der Etat nicht vom Landratsamt genehmigt werden. Der Schuldenstand soll 2018 um knapp 300000 auf 5,58 Millionen Euro sinken.

5,7 Millionen Euro will der Markt Prien im nächsten Jahr investieren. Neben der Zuführung soll dies unter anderem aus Rücklagen (869000), Beiträgen (870000) und Zuschüssen (595000 Euro) gegenfinanziert werden.

Allein 1,765 Millionen sind für Verbesserungsmaßnahmen an Straßen vorgesehen, 1,05 Millionen für Verbesserungen beziehungseise Erneuerungen von Wasserleitungen und Abwasserkanälen.

Auch drei Großprojekte, die seit Jahren auf der Agenda stehen, finden sich im Investitionsplan: 200000 Euro sind als Anschubfinanzierung für eine Kinderbetreuungseinrichtung auf dem Gelände der Franziska-Hager-Schulen gedacht. Sie soll am Ende 2,5 Millionen Euro kosten. Ob es ein Hort oder eine Ganztagsschule wird, hängt davon ab, für welche Art von Einrichtung die höhere staatliche Förderung winkt. 375000 Euro sollen in städtebauliche Maßnahmen im Umfeld des Bahnhofs fließen. Weil dieses Großprojekt mit 50 Prozent bezuschusst wird, stünden 2018 750000 Euro bereit. Priorität im Katalog der Einzelmaßnahmen hat der Bereich des Busbahnhofs. Für das Bahnhofsareal wurde in der Sitzung auch ein modifizierter Bebauungsplanentwurf gebilligt (eigener Bericht folgt). Der Grundstein für die Umgestaltung zwischen Seestraße und Sparkasse war ein Architektenwettbewerb vor vier Jahren. Ursprünglich sollte im nördlichen Teil mit den ersten Einzelbaumaßnahmen begonnen werden. Dort hakt es aber seit Jahren, weil die Bahn sich nicht erklärt und ihr Grundstück nördlich des Bahnhofsgebäudes nicht verkauft beziehungsweise zur Überplanung freigibt (wir berichteten wiederholt).

Schließlich stehen 300000 Euro für die „Wohnungsbauförderung Eglwies“ im Investitionsplan. Weil sowohl die Reihenhäuser, als auch die Geschossbauten mit Wohnungen in Partnerschaft mit einer Genossenschaft privat finanziert werden sollen, fließt das Geld des Marktes Prien wohl in die weitere Erschließung des Areals.

360000 Euro stehen für den König Ludwig Saal zur Verfügung. Das ist die Hälfte der Summe, die aus einem Brandschutzgutachten hervorgeht. Die Ausgaben sind nötig, um den verschärften Brandschutzvorschriften Rechnung zu tragen und so den Betrieb des Saals dauerhaft zu sichern.

3,2 Millionen für zwei GmbHs

Mit dem Haushalt hat der Marktgemeinderat auch die Wirtschaftspläne 2018 für seine beiden Tochtergesellschaften, die Prien Marketing GmbH (PriMa) und die Chiemsee Marina GmbH (ChiMa), einstimmig verabschiedet. Die PriMa rechnet laut Geschäftsführerin Andrea Hübner mit Einnahmen von 1,185 und Aufwendungen von 3,422 Millionen Euro, es bleibt ein Jahresdefizit von 2,237 Millionen. Die ChiMa kalkuliert mit Erträgen von 1,195 und Aufwendungen von 2,992 Millionen Euro. Unterm Strich steht ein Jahresfehlbetrag von 996000 Euro. Diese Jahresfehlbeträge gleicht der Markt Prien durch Zahlungen an seine GmbHs aus. Die Gemeinde wiederum nimmt zur Finanzierung dieser Posten 1,28 Millionen Euro aus Kur- und Fremdenverkehrsbeiträgen ein.

9,75 Millionen für Straßen

Mit dem Haushalt hat der Gemeinderat auch das Investitionsprogramm für die Jahre 2019 bis 2021 verabschiedet. Demnach sollen in diesen drei Jahren allein 9,75 Millionen Euro in Straßenbaumaßnahmen fließen: drei Millionen in die Ortsumfahrung von Prutdorf mit Ausbau des Teilstücks bis Bachham.

Vier Millionen sind für die Ersterschließung von Straßen einkalkuliert. Das lässt den Schluss zu, dass nach der Kampenwandstraße, die ab 2018 in drei Bauabschnitten bis 2020 ersterschlossen werden soll (wir berichteten wiederholt), auch noch der Bau anderer kommunaler Straßen vor Jahrzehnten nicht mit den Anwohnern abgerechnet worden war und dies nachträglich erfolgen soll.

620000 Euro sind für die Erneuerung der Weidachstraße einkalkuliert.

1,175 Millionen Euro stehen im Investitionsprogramm bis 2012 für Maßnahmen im Bahnhofsumfeld, wo der Bau von Wohn- und Geschäftshäusern aber nicht unerheblich auch durch Grundstücksverkäufe finanziert werden soll.

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