Marktgemeinderat

Alternative zum Bus wird untersucht

von Redaktion

Mittel für Machbarkeitsstudie des österreichischen IST-Mobils freigegeben

Prien – Nach dem Aus für die Nachtexpress-Buslinie zwischen Bad Endorf, Aschau und Grassau vor gut einem Jahr soll ein Anrufsammeltaxisystem den öffentlichen Nahverkehr verbessern. Es soll nicht nur Nachtschwärmern, sondern vor allem auch Senioren relativ günstige Fahrten ermöglichen.

Der Priener Jugendrat hat mit Hilfe von Jugendreferentin Annette Resch und Unterstützung von CSU-Landtagsabgeordnetem Klaus Stöttner Kontakte zur österreichischen IST-Mobil-Gesellschaft geknüpft, die unter anderem im Raum Graz solche Systeme mit örtlichen Verkehrsunternehmen als Partner eingeführt hat.

Erste Gespräche mit Jugend- und Seniorenbeauftragten aus 13 Gemeinden rund um Prien sowie den Bürgermeistern verliefen vielversprechend. Das IST-Mobil-Modell stieß auf großes Interesse, auch im bayerischen Verkehrsministerium, das bei der Einführung als Modellversuch am Chiemsee Fördergelder zahlen könnte.

Fahrpreise hängen

von Zuschüssen ab

Resch stellte das IST-Mobil-Modell jetzt dem Marktgemeinderat in dessen jüngster Sitzung im Rathaus vor. Ziel sei, Fahrpreise anbieten zu können, die nicht viel teurer seien als eine Busfahrkarte. Die Tarife hängen auch davon ab, in welchem Umfang die Kommunen den Betrieb bezuschussen.

Zunächst geht es darum, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen. An deren Gesamtkosten von rund 40000 Euro sollen sich die 13 Kommunen anteilig, je nach Einwohnerzahl, beteiligen. Der Marktgemeinderat genehmigte einstimmig einen Priener Anteil von knapp 4400 Euro.

Im Rahmen der Studie wird IST-Mobil unter anderem mit Taxiunternehmern deren Bereitschaft besprechen, sich als Dienstleister zu beteiligen. Ein Anrufsammeltaxisystem war vor etwa zehn Jahren in Prien an der Bereitschaft der Taxiunternehmen gescheitert, sich zu beteiligen.

Bürgermeister Jürgen Seifert betonte, dass das IST-Mobil keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sei.

Sein Stellvertreter Hans-Jürgen Schuster (CSU) ergänzte, dass bei einem Erfolg des Anrufsammeltaxi-Modells unrentable Buslinien eventuell eingestellt werden könnten.

Anton Schlosser (CSU-Fraktion) merkte an, dass es nach wie vor in Prien ein Ärgernis sei, wenn Urlauber abends mit der Bahn ankämen und nicht wüssten, wie sie zu ihrem Hotel am See kommen sollen, weil keine Taxen mehr fahren.

Martin Aufenanger (FWP) begrüßte, dass im Rahmen der Studie nun Druck auf die Taxifahrer ausgeübt werde. Er sei vor diesem Hintergrund aber „insgesamt ausgesprochen skeptisch“, was die Realisierung angehe. db

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