Die Vorhersagen waren alarmierend. Sturmtief „Burglind“ sollte Orkanböen bis ins Flachland und mancherorts auch heftige Gewitter mitbringen. Die staatliche Schlösserverwaltung ergriff deshalb gestern eine außergewöhnliche Vorsichtsmaßnahme: Um 10.42 gab sie in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Herreninsel komplett gesperrt ist. Es bestand Sorge, dass massive Bäume vom Sturm gefällt werden könnten. Nirgendwo anders in der Region gibt es so viele so alte Baumriesen, seit König Ludwig II. das Eiland im späten 19. Jahrhundert kaufte und es vor der Abholzung durch Holzspekulanten bewahrte. Es kam dann gestern nicht so schlimm wie befürchtet. „Burglind“ erreichte den Chiemsee ziemlich genau um 11.30 Uhr. Unser Bild rechts zeigt die bedrohlich schwarzen Wolken, während auf die Mauer in Chieming noch die Sonne scheint. „Burglind“ türmte auf dem Bayerischen Meer für kurze Zeit Wellen auf, die Chiemsee-Schifffahrts-Kapitän Axel Löffler im Bild festhielt (links, siehe auch Bildbericht im Regionalteil). Nach gut zehn Minuten flaute der Wind aber schon wieder ab. Die Dampfer der Chiemsee-Schifffahrt fuhren unbeirrt nach Fahrplan. Eingestellt war dagegen aus Sicherheitsgründen der Betrieb mancher Seilbahn. Die Kabine der Hochfellnbahn zum Beispiel blieb gestern im Tal. Auch die Ruhpoldinger Rauschbergbahn fuhr nicht. Am Unternberg blieb zusätzlich zur Seilbahn auch die Rodelbahn wegen Lawinengefahr geschlossen. Im Skigebiet Winklmoosalm allerdings tummelten sich am Nachmittag nicht wenige Skifahrer auf den Pisten. Fotos Axel Löffler/Sepp Niederbuchner