Übersee – Im Jahr 2013 hatte der RSV durch sehr engagierte Mitglieder in Eigenregie auf dem Gemeindegelände am Sportplatz einen „Dirtpark“ errichtet. Im vergangenen Jahr musste er den erfolgreichen Betrieb dort einstellen, nachdem die treibenden Kräfte wegen ihrer beruflichen Entwicklung aus Übersee weggezogen waren. „Von dieser ehemaligen Gruppe sind einige in Übersee geblieben und nun an mich herangetreten, um die Möglichkeiten für eine Pumptrack-Anlage auszuloten“, erklärte RSV-Vorstand Wolfgang Langhammer dem Gemeinderat die Ausgangssituation.
Alte Anlage abgebrochen
Zunächst hatte man im vergangenen Spätsommer den ehemaligen „Dirtpark“ völlig abgebrochen und aufgeräumt. Im Winter wollte man das Gelände dann als Anlage für die Eisstockschützen und damit auch für touristische Zwecke nutzen. Das hatte dann aber wegen des schlechten Untergrundes nicht funktioniert.
Nach Langhammers Worten ist das zur Verfügung stehende Areal passend für einen „Pumptrack“. Wie der frühere „Dirtpark“ biete er zwar auch einen Parcours mit Hügeln und Kurven, sei aber „wesentlich abgespeckter und flacher“ und könne vor allem mit allen Arten von Fahrrädern benutzt werden. Nach seinen Recherchen in anderen Gemeinden seien derartige Anlagen „ein Renner für Jugendliche“.
Aufgrund von Vorentwürfen präsentierte der Vorstand dem Gremium drei eingeholte Netto-Kostenschätzungen. Die Variante eins mit hoher Eigenbeteiligung des Vereins würde rund 12000 Euro kosten. Variante zwei sieht eine Komplettfertigstellung einer Firma für 17200 Euro vor. Die dritte Variante ist eben-falls eine Komplettlösung ohne Eigenleistung des Vereins mit einem teilweise hochwertigen Belag für etwa 31300 Euro, die sowohl der RSV als auch die Gemeinde favorisisierte.
Wie Langhammer mitteilte, sind nach Gesprächen mit Christian Fechtner, dem Manager der „Leader“-Aktionsgruppe, Zuschüsse aus dem Leader-Förderprogramm der EU von 50 Prozent der Nettokosten in Aussicht gestellt worden. Außerdem habe der Tourismusverein eine Kostenbeteiligung von 25 Prozent zugesagt. Für die Gemeinde als Auftraggeber verblieben als Restbetrag nur noch 25 Prozent der Kosten.
Grundsätzlich stieß das Projekt auf eine breite Zustimmung im Gremium. Es sei grandios, dass sich junge Leute gefunden haben, die hinsichtlich Eigenleistung und Pflege der Anlage bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, meinte Maria Steinert (SPD). Auch biete ein solcher Parcours sehr gute Varianten für Feriengäste und das örtliche Ferienpro-gramm.
Etwas skeptisch äußerten sich Uschi Geiger (CSU) und Stefan Haneberg (ADfÜ) hinsichtlich der Wartungs- und Versicherungskosten. Trotz der „grundsätzlich vernünftigen Lösung einer solchen Anlage“ tat sich Herbert Strauch (FBL) wegen steigender Bezugsfälle in den Vereinen schwer, pauschale Zusagen zu geben. Besser wäre es seiner Ansicht nach, über spätere Restfinanzierungen zu reden.
Als „Leader“-Beauftragter der Gemeinde gab der Zweite Bürgermeister Ludwig Ertl zu bedenken, dass das Zuschussverfahren zwei Jahre dauern könnte und ein Baubeginn vor einer Förderzusage nicht zulässig sei.
Der Gemeinderat gab einstimmig grünes Licht für das Projekt – unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde als Bauherr auftritt und sich der Verein mit Eigenleistungen beteiligt. Die vorrangige Förderung soll nun über das Leader-Programm angestrebt werden.