Prien – Der außergewöhnlich schöne Sommer hat sich auch auf den Straßen der Region bemerkbar gemacht. Das Verkehrsaufkommen stieg wegen vielerorts überdurchschnittlich vielen Urlaubern und Ausflüglern. Das führte nach Angaben von Dieter Bezold, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Prien, auch zu einem deutlichen Anstieg an Unfällen.
Von Juni bis August wurden 444 Unfälle registriert, 60 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (384). Dabei wurden 94 Personen verletzt, eine 77-jährige Radfahrerin am 1. August in Rimsting so schwer, dass sie kurze Zeit später verstarb.
Straßen „mehr
als ausgelastet“
In den Sommermonaten sind Bezold zufolge die Verkehrswege in der Urlaubsregion Chiemsee „mehr als ausgelastet“, jede kleine Unaufmerksamkeit, zum Beispiel bei einem Blick in die schöne Landschaft oder aufs Handy, könne hier folgenreich sein.
Im Schnitt mussten Beamte der PI in den drei Sommermonaten täglich fünf Unfälle in ihrem Einsatzgebiet von Höslwang bis Sachrang aufnehmen. Der unfallreichste Monat war der Juli mit 166 Unfällen, unfallreichster Tag der 20. August mit 13 aktenkundigen Unfällen.
Vielfach waren laut Bezold auch Fahrradfahrer unter den Geschädigten, 52 Fahrradunfälle stehen in der Sommerbilanz.
„Die registrierten Unfallfluchten sind mit 85 nach wie vor sehr hoch, allerdings etwas rückläufig im Vergleich zum Vorjahr“, berichtete der PI-Chef weiter.
Besonders auffällig war die deutliche Zunahme von Wildunfällen. „Auch hierfür wird die zunehmende Verkehrsdichte als ursächlich erachtet“, so der Inspektionsleiter. Die Wildunfälle stiegen von 39 (2017) auf 63. „Unter die Räder“ kamen unter anderem 54 Rehe, drei Füchse und fünf Dachse. Sogar ein Wildschwein verursachte am 6. August im Gemeindebereich von Halfing auf der Staatsstraße 2092 einen Unfall. Zwei Wildschweine überquerten damals in einem Waldstück bei Wölkham die Fahrbahn, einer der „Schwarzkittel“ wurde von einem Pkw erfasst. Das Auto wurde erheblich beschädigt, das Wildschwein flüchtete. re