Georgiritt in Ruhpolding

Altes Gelübde wurde wieder eingelöst

von Redaktion

Es war eine Erleichterung für alle Verantwortlichen, als gestern Morgen Glockengeläut und Böllerschüsse verkündeten, dass der Georgiritt wie immer am ersten Sonntag im September stattfinden kann.

Ruhpolding – Der Regen hatte aufgehört, die Aussichten für den Irgn-Ritt, wie er früher genannt wurde, waren besser, als noch am Tag zuvor befürchtet.

Sichtlich froh und erleichtert war unter anderem der Vorsitzende des Georgivereins, Johann Thullner, dass der Votivritt, dessen Ursprung auf ein Gelübde aus dem 16. Jahrhundert zurückgeht, in der gewohnten Art und am Ende sogar ganz ohne Niederschläge durchgeführt werden konnte. Für alle Beteiligten war dieses Wetterglück ein kleiner Lohn für die aufwendigen Vorbereitungen.

Zahlreiche Pferdetransporter waren schon sehr frühzeitig zum Sammelplatz gekommen, mit Striegeln und Polieren wurde noch einmal alles auf Hochglanz gebracht. Pünktlich um 10 Uhr konnte sich der Georgiritt Richtung Zell zur Kirche St. Valentin in Bewegung setzen. Angeführt vom Vorreiter mit der Standarte des Georgivereins, dem Kirchendienst und dem Spitzenkreuz folgten 120 prächtig herausgeputzte Pferde aus nah und fern mit ihren Reitern. Einige der imposanten Rösser zogen Festwägen und Kutschen mit herrlichem Geschirr. Auf den Pferdegespannen wurde die Figur des heiligen Georg erstmals unter einem neuen Schutzdach mitgeführt. Auf anderen Wägen saßen die Musikkapellen der „Miesenbacher“ und der „Rauschberger“, wieder ein anderer war mit den Mitgliedern der „Historischen“ in ihren alten Trachten besetzt und in den Festkutschen saßen die Honoratioren der Gemeinde und des Landkreises, der Schwestern und des Forstes, sowie die Vertreter der Standestrachten.

Den zahlreichen Zuschauern bot sich ein farbenprächtiges Bild. Den Feldgottesdienst vor dem „Zeller Kircherl“ zelebrierten gemeinsam Pfarrer Otto Stangl und Geistlicher Rat Bernhard Schweiger. Ihm zur Seite standen Pastoralreferent Georg Gruber und Diakon Sepp Eixenberger.

Georgitag

schloss sich an

Nach dem Gottesdienst zogen alle Pferde am Altar vorbei und empfingen traditionsgemäß den Segen. Danach ging es wieder zurück in den Ort und die Beobachter an den Straßenrändern konnten alle Teilnehmer des Georgirittes noch einmal bewundern.

Die Brauchtumsveranstaltung ging nahtlos über in den Georgitag mit den vielen Attraktionen, Darbietungen und geöffneten Geschäften.

Paktisten in blauer Uniform

Die Geschichte des Georgiritts in Ruhpolding reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Mitte des 18. Jahrhunderts hat die Bruderschaft zu Ehren des heiligen Georg die Durchführung übernommen. Die Bruderschaft wurde am 12. Januar 1756 von Papst Benedikt XIV. für Ruhpolding errichtet. Die Mitglieder des Georgivereins werden Paktisten genannt.

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