Bernau – Seit gestern hat Bernau eine prominente Neubürgerin. Die Skisprung-Olympiasiegerin und zweifache Doppelweltmeisterin Carina Vogt hat mit ihrem Freund eine Wohnung im Osten der Chiemseegemeinde gemietet und sich gestern Vormittag im Einwohnermeldeamt im Rathaus offiziell als Neu-Bernauerin registrieren lassen.
Zweiter Bürgermeister Gerhard Jell und Bernaus CSU-Chefin Irene Biebl-Daiber, die Vermieterin, begrüßten die Neu-Bernauerin mit Blumen.
Der ereignisreiche Tag der 26-Jährigen ging später weiter, als sie in der Bundespolizeischule in Bad Endorf zur Beamtin auf Lebenszeit ernannt wurde.
Ihr Beruf und die Trainingsmöglichkeiten in Bad Endorf waren auch der Grund, warum die Polizeimeisterin, die in Schwäbisch Gmünd geboren wurde und im Skigymnasium Furtwangen ihr Abitur gemacht hatte, vor zwei Jahren zunächst in eine WG nach Rosenheim gezogen war.
Nun hat sie ihren Lebensmittelpunkt nach Bernau verlegt und ist derzeit dabei, sich mit ihrem Freund, der als Wirtschaftsingenieur unter der Woche an den Bodensee pendelt, eine Wohnung einzurichten. Morgen soll zum Beispiel der Internetanschluss freigeschaltet werden, erzählte Vogt.
Zum Heimtraining fährt die Top-Athletin täglich nach Bad Endorf, wo sie schon von 2011 bis 2015 ihre Ausbildung bei der Bundespolizei durchlaufen hatte. In Bad Endorf arbeitet sie mit ihrem Trainer Christian Bruder zusammen, selbst bis 2007 aktiver Skispringer und seit 2011 auch Co-Trainer von Damen-Bundestrainer Andreas Bauer.
Die erste Skisprungolympiasiegerin der Geschichte – die Disziplin war 2014 im russischen Sotschi erstmals olympisch – steckt schon seit Mai in der Vorbereitung auf die neue Wintersaison. Oft fährt sie zum Sprungtraining zum Beispiel nach Oberstdorf, nächste Woche geht es ins Trainingslager nach Norwegen, erzählte die 26-Jährige im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Was ihr noch fehlt, ist der Gewinn des Gesamtweltcups. 2015 in Falun in Schweden und 2017 im finnischen Lahti wurde sie jeweils Doppelweltmeisterin.
Bernau und den Chiemgau hat die 26-Jährige schon sehr zu schätzen gelernt. „Es gefällt mir hier richtig gut, die Region hatte eine irre Lebensqualität.“