Arbeiten laufen auf Hochtouren

von Redaktion

Landkreis Traunstein baut Turnhalle für Gymnasium – Fertigstellung im September

Traunstein – Auf vollen Touren laufen die Bauarbeiten auf der größten Baustelle in Traunstein. Die Turnhalle an der Güterhallenstraße, die der Landkreis für sein Annette-Kolb-Gymnasium (AKG) schafft, wächst und wächst. Die Firmen gestalten gegenwärtig die Fassaden und verlegen den Estrich, auch Ausbaugewerke erledigen sie. Zum Start ins neue Schuljahr will der Landkreis fertig sein – und dann bekommt die Schule die Sportstätte, die sie sich schon seit Jahren herbeisehnt.

Groß ist das Bauwerk, das der Landkreis erstellt, riesig der finanzielle Aufwand und lang die Bauzeit. Vor genau zwei Jahren – im November 2016 – war der Baubeginn gewesen. Und noch einmal knapp ein Jahr wird nun vergehen, bis das Gymnasium den Sportunterricht in der Halle aufnehmen kann. „Die Halle wird Mitte September 2019 zum Schulbeginn in Betrieb genommen“, sagte Michael Reithmeier, der Pressesprecher im Landratsamt, auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung.

Die Arbeiten gestalteten sich anfänglich wesentlich schwieriger, als der Bauherr erwartet hatte. Und so ergaben sich bereits in den ersten Monaten Verzögerungen im Zeitplan. Ursprünglich hatte sich der Landkreis zum Ziel gesetzt, dass die Halle im Frühjahr 2019 fertig ist. Im Frühjahr 2017 stellte man aber im Rahmen der Aushubarbeiten fest, dass das Erdreich auf dem Grundstück zum Teil sehr stark belastet ist, etwa mit Schwermetallen und Altöl. Nötig waren ein vorübergehender Baustopp sowie eine Beprobung von 14000 Kubikmetern Aushub, um das belastete Material zu beseitigen. „Dadurch haben sich die Bauarbeiten um einige Monate verzögert“, so Reithmaier.

Auch wenn unliebsame Überraschungen den Zeitplan ein Stück durcheinander gewürfelt haben, der Kostenplan steht nach wie vor. Noch tiefer in seine Tasche greifen, als der Landkreis es ohnehin schon macht, um das AKG mit einer Sporthalle auszustatten, muss er – Stand heute – nicht. Die geplanten Gesamtkosten liegen bei 12,98 Millionen Euro. „Gegenwärtig gehen wir davon aus, dass wir diesen Kostenrahmen einhalten können“, teilte der Pressesprecher des Landratsamtes mit.

Das Annette-Kolb-Gymnasium nutzt derzeit vor allem die eigene, alte AKG-Turnhalle. Darüber hinaus werden die Außensportanlage am AKG und an der Brunner Anlage sowie die weiteren Landkreisturnhallen im Stadtgebiet von Traunstein genutzt, vorrangig auf der Brunnwiese und an der Berufsschule II. Auch das Sport- und Rehazentrum in Traunstein-Haslach und die Schwimmhalle am Priesterseminar werden phasenweise angemietet.

Weite Wege müssen die Schüler in Kauf nehmen, der Unterricht in anderen Sportstätten hat schon seit Jahren den Charakter von Notlösungen. Die Schule, die eine lange Tradition besitzt und vor Jahr und Tag einen stolzen, neuen, großen Neubau an der Güterhallenstraße vom Sachaufwandsträger, dem Landkreis Traunstein, hingestellt bekommen hat, wartet schon seit Jahren auf eine eigene, große Turnhalle. Lehrer und Schüler müssen sich in Geduld üben – doch ein Ende des Wartens ist in Sicht. Zum Start ins neue Schuljahr, so die Ansage und gleichzeitig das Versprechen, das der Landkreis abgibt, können sie dann – endlich – in der neuen Halle Sport nach Belieben treiben.

Nicht nur im AKG wird dann im September 2019 die Freude groß sein, sondern auch im Rathaus der Stadt Traunstein und in den Reihen des Turnvereins (TV) Traunstein. Denn die neue Halle, die der Landkreis baut, ist zwar vor allem für die Schüler gedacht, doch wenn das AKG nachmittags und abends keinen Bedarf anmeldet, dann dürfen andere die Türen öffnen. „Das Belegungsrecht gilt primär für den Schulsport“, sagte Reithmaier. „Für die anderen Zeiten ist das Belegungsrecht per Vertrag an die Stadt Traunstein übertragen. Es ist Aufgabe der Stadt Traunstein, diese Belegung zu regeln und hierfür einen Plan mit den Vereinen aufzustellen.“

Der Landkreis baut die Halle, doch die Stadt und der TV Traunstein sitzen als Partner, die sich an der Finanzierung des Projekts beteiligen, mit im Boot. Weit öffnet sich die Kasse in der Kämmerei: 5,5 Millionen Euro an den Gesamtkosten übernimmt die Stadt nach Angaben von Pressesprecherin Carola Westermeier. In diesem Betrag, der vom Rathaus ins Landratsamt fließt, sind die 600000 Euro inbegriffen, die der Turnverein Traunstein für den Verkauf von Grund und Boden an der Salinenstraße bekommen hat. Die alte Franz-Eyrich-Halle, die dem TV als Sportstätte gedient hatte, ist schon längst abgerissen – der Salinenpark, den die Stadt schafft, gewinnt Schritt für Schritt an Gestalt.

Stadt und Verein

sitzen mit im Boot

Ein Hallenbelegungsplan sei, wie Westermeier weiter mitteilte, in Arbeit. So viel jedoch steht jetzt schon fest: Der Turnverein werde der Hauptnutzer unter den Vereinen sein, die für eine Belegung der Halle in Frage kommen. Die Stadt beteiligt sich am Bau der Halle vor allem auch deswegen, weil sie ermöglichen will, dass in der Sportstätte später einmal Veranstaltungen stattfinden können. So setzt sie sich zum Ziel, dass die Halle eine Ausziehbühne erhält – was nun auch so kommen wird.

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