Unterwössen – Auf dem Gelände des ehemaligen Holzhandels Döllerer hinter dem Rathaus wollen die Lebenshilfe Traunstein und die Maro, eine Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen, ab 2020 ein Wohnprojekt verwirklichen. Nach einem Infoabend der Lebenshilfe (wir berichteten) stellte nun die Firma Maro interessierten Bürgern ihren Teil des Projektes vor.
Der Hintergrund sei der große Bedarf an Wohnraum, so Inge Schmidt-Winkler, eine der Vorsitzenden der in Ohlstadt angesiedelten Firma. Wichtiger Baustein für das genossenschaftliche Modell sei das Miteinander der Bewohner, so Schmidt-Winkler. Die Bewohner sollten sich kennenlernen, sich austauschen und Inklusion leben. „Wir meinen damit nicht, dass sie gemeinsam in den Urlaub fahren. Jeder Bewohner behält seine Individualität. Wir legen viel Wert darauf, dass ein jeder den anderen respektiert. Sie alle gemeinsam entwickeln das Projekt“, erklärte sie.
In Unterwössen sei man sich bewusst, dass es nicht ein Projekt am Ort für den Ort ist, sondern Modellcharakter für die Region habe.
Das genossenschaftliche Wohnen bringe den Bewohnern eine Rechtsstellung zwischen Miete und Eigentum. Haben Sie das Projekt bezogen, besteht keine Möglichkeit, ihnen zu kündigen. Sie selbst bleiben aber flexibel, können wegziehen oder sich verändern. Ihre Anteile an der Genossenschaft haben unabhängig von der Anzahl gleiches Stimmrecht.
Wer sich für ein Wohnprojekt wie das in Unterwössen interessiert, erwirbt drei sogenannte Mitgliedsanteile im Wert von zusammen 1500 Euro, die in das Eigenkapital der Genossenschaft eingehen. Beabsichtigt das Mitglied, in eine der Wohnungen einzuziehen, zeichnet es weitere Genossenschaftsanteile, die sogenannten „wohnungsbezogenen Pflichtanteile“. Die Höhe der Anteile beträgt 500 Euro pro Quadratmeter und fällt je nach Projekttyp, Größe und Zuschnitt der Wohnung unterschiedlich aus. Mit dem Todesfall der Bewohner gehen die Genossenschaftsanteile auf seine Erben über.
Unterwössen und das Grundstück in zentraler
Lage, so Inge Schmidt Winkler, seien ideale Voraussetzungen. Das Gelände soll möglichst offen und einladend gestaltet werden und in den Ort hineinwachsen. Die Firma Maro plane 20 bis 24 Wohnungen. Das Angebot soll ortsgebundenen Bürgern Wohnplatz bieten. Es ist nicht gedacht, Auswärtige anzuziehen.
Der laufen die Gespräche mit den Fachplanern. Mit dem Baubeginn rechnet Schmidt-Winkler 2020. Interessierte könnten sich in die Planung einbringen, denn gewisse Abweichungen von den Standardausstattungen seien möglich. Eine ganze Reihe der Zuhörer suchte nach der Vorstellung das Gespräch, um Antworten auf Fragen zu erhalten. Auch die Unterwössner Sabine Lenk beantwortet als Projektleiterin Fragen.lfl