Prien – Die Fotovoltaik-Freiflächenanlage in Urschalling hat nach der dritten öffentlichen Auslegung in der jüngsten Gemeinderatssitzung die letzte Hürde genommen.
Wie berichtet, wollen auf der früheren Mülldeponie westlich von Urschalling beim Weiler Schmieding auf einer 1,37 Hektar großen Fläche Grundeigentümer mit der „VR EnergieGenossenschaft Oberbayern Südost eG“ als Partner einen PV-Park bauen, der 750000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen könnte.
Nun ist die Rechtsgrundlage für den Bau geschaffen. Zuletzt war dies daran gescheitert, dass die Untere Naturschutzbehörde eine Stellungnahme nachgereicht hatte, die noch eingearbeitet werden musste. Darin ging es um den Schutz der Reptilienhabitate. Sollten auf der ehemaligen Deponie Schlangen oder Eidechsen leben, müssen deren Lebensbedingungen durch regelmäßiges Mähen aufrecht erhalten bleiben.
Diese textliche Änderung hatte die Gemeinde eingearbeitet und den Entwurf des Bebauungsplanes vom 15. April bis 17. Mai nochmals ausgelegt. Stellungnahmen, Ergänzungen und Bedenken waren nur jedoch noch zu diesem zuletzt geänderten Punkt möglich.
Lediglich der Bayerische Bauernverband hatte eingewandt, dass die extensive Pflege der Anlage das Risiko erhöht, dass sich im Randbereich giftige, invasive Arten ausbreiten. Die Anlage sei mit Sorgfalt zu pflegen und ein Übergreifen des schädlichen Bewuchses auf benachbarte Flächen zu verhindern. Dies, so die Verwaltung, ist durch die geplante Beweidung gewährleistet.
Einige weitere Stellungnahmen gingen ein, die sich jedoch nicht auf die Reptilienhabitate bezogen. Zusammenfassend erklärte Bürgermeister Jürgen Seifert (Parteiunabhängige): „Alle Fachbehörden stellen fest, dass ein negativer Eingriff auf die ehemalige Deponie nicht stattfindet.“
Der Gemeinderat hat dem PV-Park einstimmig den Weg geebnet. Nur Zweiter Bürgermeister Jürgen Schuster (CSU) hatte nicht mitgestimmt, da er zu der Erbengemeinschaft gehört, der das Grundstück gehört.kad