LSH Ising verabschiedet 53 Abiturienten

von Redaktion

Appell des Schulleiters: „Ich will, dass Ihr handelt, als würde Euer Haus brennen!“

Ising – Nach schweißtreibender und nervtötender Zeit ist für 53 Schüler des Gymnasiums Landschulheim Schloss Ising ihr Ziel erreicht: das Abitur. Eine besondere Freude sei es, so Schulleiter Wolfgang Brand beim Festakt in der neuen Turnhalle, dass heuer alle, die zu den Abiturprüfungen dieses vermeintlich schweren Abiturs angetreten waren, bestanden haben – neun von 53 Abiturienten sogar mit Einserschnitt.

Nach einem erfrischend lebendigen Gottesdienst mit Familien und Freunden ermutigte Schülervertreterin Amelie Fichtl dazu, immer offen zu bleiben für neue Wege und Chancen, sich aber stets auf die Zeit mit der Isinger Schulfamilie zu besinnen. Eine Zeit, die helfen soll, immer Mensch zu bleiben, neue Freunde zu finden und durchzuhalten – auch in schwierigen Tagen: „Die Welt verläuft nun nicht mehr im 45-Minuten-Takt“.

Dem schloss sich inhaltlich der Vertreter der „Ehemaligen“, Benni Stöger an: „Seid dankbar für acht Jahre unterstützenden Halt. Mit bestandenem Abitur beginnt ein neuer Lebensabschnitt, für den es Kraft und Mut für immer neue Herausforderungen und Entscheidungen braucht.“

Elternbeiratsvorsitzende Angelika Weber ermunterte die Abiturienten ein (Kraft-) Päckchen zu schnüren, innerlich wie äußerlich weiter zu wachsen, der eigenen Intuition zu folgen und immer flexibel zu bleiben: „Irrwege gehören dazu. Sie erweitern den Ausblick“.

Viel zu lachen gab es bei der Rede der Sprecher der Abiturienten, Ersin Taner und André Saraboso, die mit allerfeinstem Humor gespickt, so manch empfindliche Wahrheit über das Leben und Leiden eines Abiturienten ans Tageslicht brachte: „Aus dem Hoffen auf einen Punkt in Mathe wurde eine Petition“.

Letzte pädagogische Chance für den Direktor

Schulleiter Wolfgang Brand nutzte seine Ansprache, wie er sich ausdrückte, als letzte „pädagogische Chance“. Hoffnung machen, Freude und Optimismus zur Bewältigung bevorstehender Herausforderungen in der heutigen Welt mit auf den Lebensweg geben – das sei seine Aufgabe, so Brand.

Doch das sei angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage eine Herkulesaufgabe. „Als Naturwissenschaftler suchte ich Zahlen und Fakten, die das Gegenteil aufzeigen: Wir leben nämlich in einer Zeit, so gut wie es sie noch nie gab“.

Brands Aufzählung von „weltverbesserten“ Tatsachen, wie gestiegene Lebenserwartung, verbesserte Trinkwasserversorgung, gesunkene Kindersterblichkeitsrate, verbesserter Zugang zur Bildung in wirtschaftlich ärmeren Ländern und andere positive globale Entwicklungen, machten tatsächlich Mut.

Nur beim Problemfeld Klimaentwicklung fand der Schulleiter gar nichts Positives. Doch auch hier gebe es Hoffnungsschimmer: „Ich will, dass Ihr handelt, als würde Euer Haus brennen!“ zitierte er Greta Thunberg und ihr Aufruf an die Jugend, sich einzumischen und aktiv zu werden. „Radikale Veränderungen – und die braucht es, kann man nur durchsetzen, wenn es weh tut. Übt Euch also nicht in allzu großer Zurückhaltung“.

Danach war Zeit beim Abiball – dem wohl vorerst letzten gemeinsamen Projekt – Zeit, um ausgelassen zu feiern.

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