Ruhpolding – 20 Kandidaten für den Gemeinderat stellten die zahlreich erschienenen Mitglieder und Freunde des CSU-Ortsverbandes im Saal des Hotel Post auf. Dr. Harald von Knoerzer führte als Moderator unterhaltsam und humorvoll durch das Programm, indem er die einzelnen Kandidaten in der Art eines Interviews der Versammlung vorstellte, wobei er mit dem Kandidaten auf Platz 20 begann und sich langsam nach vorne „arbeitete“.
Unter der versierten Wahlleitung von Karl Schleid, Bürgermeister von Trostberg und CSU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, stimmten die etwa 150 Anwesenden schriftlich in vier Blöcken mit jeweils fünf Kandidaten über die Liste ab. Dem Wahlausschuss gehörten neben Schleid Dr. Hedwig Schauderna und Ulrike Brandmair an.
„Agieren statt reagieren“: Unter diesem Motto stellte der von CSU und VRB (Vereinigung Ruhpoldinger Bürger) bereits designierte Bürgermeisterkandidat Justus Pfeifer (wir berichteten) zusammengefasst die Eckpfeiler seines Wahlprogramms vor. Im Gemeinderat sei die CSU, mehrfach zusammen mit der VRB, die „treibende Kraft“ gewesen, auf deren Betreiben unter anderem mehrere Ausschüsse gegründet worden seien, so Pfeifer weiter.
Mehrheit des Rats
hinter sich gebracht
Dass mit dem Fraktionswechsel von Birgit Schmid von der SPD zur VRB (wir berichteten) inzwischen zwei Drittel des Gemeinderats hinter ihm stünden, gebe ihm und seiner Fraktion Rückenwind, freute sich Pfeifer. Viele seien der Meinung, dass „die Zeit reif für einen Wechsel“ sei, nicht nur, was den Bürgermeister betreffe, sondern auch die Besetzung des Gemeinderats.
Als wichtige Ziele seiner Gemeindepolitik bezeichnete Justus Pfeifer Entscheidungen über die Zukunft des Kurhauses, das im derzeitigen Zustand eine „Blamage für Ruhpolding“ seiund eine Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), unter anderem durch die Einführung einer Bürgercard für Einheimische. Mit dieser werde es nicht nur für Touristen erhebliche Vorteile bei Eintritten, zum Beispiel ins Wellenhallenbad oder für die Rauschbergbahn geben, sondern auch beim ÖPNV.
Nach Pfeifers Plänen könne die neue Bürgercard zum Beispiel für 120 Euro pro Jahr von Einwohnern des Dorfes gekauft werden, sei aber für die Ehrenamtlichen der Rettungsorganisationen, für Personen über 65 Jahren und für Jugendliche kostenlos.
Außerdem gelte es künftig, nachhaltig günstigen Wohnraum auszuweisen. Ein Sozialbüro sei notwendig, um den sehr gut arbeitenden Seniorenbeauftragten Hans Holzner durch einen Sozialarbeiter zu unterstützen, der zum Beispiel auch den Skaterplatz im Auge behalten sollte.
In den letzten Jahren habe die Gemeinde mehrere hoch qualifizierte Mitarbeiter verloren, so dass zum Beispiel beim Mobilfunkausbau nicht genügend Personal vorhanden sei, um dieses Ziel effektiv voranzutreiben. Wichtig sei es auch, den Bauhof, der bisher an drei Orten stationiert ist, zu einem einzigen zusammenzuführen und damit mehr Platz für Feuerwehr, Bergwacht und Rotes Kreuz zu schaffen. gi