Zu den Berichten über die Aufstellung der Bürgermeisterkandidaten in Bernau:
Der grüne Kandidat Ohlert war wohl letzter Bewerber um das Bürgermeisteramt in Bernau – Zeit für eine erste Kandidatenbeurteilung. Die Ziele der Bewerber sind oft gleich. Im Detail gibt es aber Unterschiede. Drei Beispiele:
1. Grundschule: Bürgermeister Bernhofer hat hier viele Emotionen geweckt: Die Kinder sollten über die B305 von der Schule ins alte Rathaus zu Mittagessen und -betreuung gehen. Und wir leisten uns fünf Kindergärten – aber 350000 Euro für die Aufstockung der Pavillons ist für ihn „irrsinnig“. Anders SPD-Kandidat Herkner: es fehle noch ein Gesamtkonzept (offene Ganztagsschule oder Schule mit Hort), aber die Aufstockung erleichtere Auslagerungen bei den Erweiterungsarbeiten.
2. Bezahlbarer Wohnraum: Bürgermeister Bernhofer hat mit einer Ratsmehrheit einen Sozialwohnungsbau gegenüber Café Obermeier erstellt. Die Kaltmiete je Quadratmeter liegt bei 7,50 Euro. CSU-Kandidatin Biebl-Daiber hätte es günstiger gefunden, wenn die Projektleitung in Gemeindehand gewesen wäre. SPD-Kandidat Herkner würde künftig lieber eine Wohnbaugesellschaft beauftragen. Eine solche Gesellschaft aus Wasserburg verlangt im Schnitt nur 6,75 Euro Kaltmiete.
3. Verkehrsinfrastruktur: Bürgermeister Bernhofer kündigte vor fast zwei Jahren an, dass Chiemsee- und Prienerstraße Querungshilfen bekommen – getan hat sich nichts. Konkreter wieder SPD-Kandidat Herkner: die geplante Ampel in Höhe der Egartnerstraße müsse unabhängig von der Ampel am Kirchplatz sein, um Staus an der Kreuzung Chiemsee-/Prienerstraße zu vermeiden. Der grüne Kandidat Ohlert will eine „verkehrsberuhigte Chiemseestraße“, der Kandidat des Gewerbevereins Klein „mehr Parkplätze“.
Die Kandidaten Ohlert und Klein sollten mit einem Ratsmandat zufrieden sein und sich mehr einarbeiten. Die Wahl des Bürgers unter den Kandidaten Bernhofer, Biebl-Daiber und Herkner ist offen. Für mehr Dorffrieden wäre Herkner gut.
Michael Bubach
Schwärzstraße 3a
Bernau