Traunstein – Dr. Ute Künkele aus Petting soll für die ÖDP ins Rennen um den Landratsposten gehen. Sie setzte sich in der Aufstellungsversammlung gegen Mitbewerber Andreas Huber durch. Ferner stellte die ÖDP eine Liste mit 70 Kandidaten für den Kreistag auf. Künkele (65) ist seit fünf Jahren Mitglied im Kreistag, im Umweltausschuss möchte sie sich auch in den kommenden Jahren für den Moor-, Biotop- und Umweltschutz stark machen. Die promovierte Biologin arbeitet als Gymnasiallehrerin in Laufen und Trostberg. Da sie kommendes Jahr in den Ruhestand tritt, will sie sich nun verstärkt in die Politik einbringen.
Mit den Landwirten sei sie sich einig, dass sauberes Wasser, ein gesunder Boden und schadstofffreie Luft die Grundlage für das Leben aller ist. Eine ebenso wichtige Rolle spielen in ihren Überlegungen die Themen Familie, Senioren und Behinderte. Als ehrenamtliche Schöffin im Bereich Jugendstrafsachen habe sie sich auch mit den problematischeren Seiten der Gesellschaft befasst. Schwerpunkte für ein politisches Engagement als Landrätin sieht sie im Verweis auf das ÖDP-Landkreisprogramm im Sozialen, in der Mobilität, der Energie- und Baupolitik sowie in den Bereichen Abfallverwertung und -vermeidung, in Landwirtschaft und Ernährung. Die Landratskandidatin möchte, dass nötige Pflegestützpunkte erweitert und die Bestehenden gestärkt, für Jugendtreffs geeignete Lokalitäten bereitgestellt, Selbsthilfegruppen unterstützt und generationenübergreifende Wohnprojekte gefördert werden.
Im Bereich Mobilität möchte Künkele die kostenlose Nutzung des ÖPNV für Schüler und Studenten jeden Alters schaffen, elektronisches Parkplatzmanagement und Car-Sharing-Projekte voranbringen, Radwegenetze und das Nahverkehrskonzept optimieren, und vergünstigte Fahrkarten für alle erreichen.
Bezüglich Energiewende spricht sich die Kreisrätin für den Einsatz von Blockkraftwerken aus, es sollten Stromsparanreize für Haushalte und Betriebe auf den Weg gebracht werden und Solarthermie mit Niedertemperaturheizungen verbunden werden.
In der Baubranche müsse auf die Reduktion des Flächenverbrauchs geachtet werden. In Sachen Abfall sind landkreiseigene Kompostieranlagen für Biomüll und Biogasanlagen zu forcieren, eine kostengünstige Abgabe von Humus und Rindenmulch durch entsprechende Verwertungsanlagen ist anzustreben, auf Plastik (Becher, Einweggeschirr) sollte bei allen öffentlichen Veranstaltungen verzichtet werden, und die Tafeln breite Unterstützung finden.
„Die klein strukturierte bäuerliche Landwirtschaft muss unterstützt und erhalten werden, regional erzeugte Lebensmittel sind auch an Einrichtungen des Landkreises wie Schulen und Kindergärten zu etablieren, artenreiche Blühwiesen, strukturierte Wälder und naturnahe Moore müssen gefördert, Nutz- und Obstpflanzen auf öffentlichen Flächen sowie Schrebergärten und Streuobstwiesen erhalten und erweitert werden“, so Künkele.