Grassauer Jugend hat wenig Sorgen

von Redaktion

Alle 440 Grassauer zwischen 14 und 20 Jahren hatten die fünf jungen Mitglieder aus dem Marktgemeinderat zu einer eigens für die Jugend angesetzten Bürgerversammlung geladen. Das Interesse war jedoch gering – der kleine Heftersaal war nur zu einem Drittel voll.

Grassau – Bereits vor drei Jahren gab es eine Jugendbürgerversammlung mit dem Ziel, die Bedürfnisse der jungen Grassauer zu erfragen. Damals wurden noch 480 Jugendliche angeschrieben. Die Zahl der Jugendlichen in der Gemeinde habe sich um zehn Prozent verringert, so Sepp Grießenböck. Dass die Resonanz auf die Einladung nicht so groß sei, bedauere er.

Grießenböck (38 Jahre, FW) und seine Ratskollegen Marina Gasteiger (34 Jahre, SPD), Thomas Hofmann (43 Jahre, AE), Daniela Ludwig (43 Jahre, CSU) und Stefan Kattari (37 Jahre, SPD) stellten erst mal sich und ihre Positionen und Ehrenämter vor.

Dann ging es um Anregungen aus der vorherigen Jugendbürgerversammlung, die aufgenommen worden waren. So berichtete Grießenböck, dass die Spielgeräte am Spielplatz zwischen den Mehrfamilienhäusern in der Siedlung privat betrieben werden und die Gemeinde hier keinen Zugriff habe. Dafür wurde im Kurpark eine Slackline eingerichtet. Auch das Buswartehäuschen am Klaushäusl, das die Jugendlichen damals bemängelt hatten, sei mittlerweile erneuert. Über die sieben Spielplätze in der Gemeinde gab Maria Gasteiger Auskunft, wobei sie betonte, dass der Spielplatz an der Gänzsbachstraße umgestaltet werde. Es werde versucht, bei den Spielplätzen für jedes Alter ein Angebot bereitzuhalten, so auch am Reifinger See mit Eisberg und Beachvolleyballplatz.

Planungen am Gewerbepark, Baumaßnahmen an der Mietenkamer Straße wie die Feuerwehrbauvorhaben stellte Thomas Hofmann vor. Dem Thema Turnhalle widmete sich Daniela Ludwig, die an alle appellierte, auf die schöne Halle zu achten. Die Schulhaus-Sanierung werde fortgeführt und voraussichtlich mit Bau eines neuen Traktes 2023 bis 2024 abgeschlossen. Das Kinderferienprogramm habe auch in seiner 32. Auflage begeistert. Wer als Betreuer mitmachen wolle, sei willkommen. Verwaltung und Finanzen der Gemeinde stellte Stefan Kattari vor.

Problem:
Zu wenig Parkplätze

Dass es im Siedlungsbereich ein großes Parkproblem gebe, sprach Daniel Illenseer an und fragte nach Lösungsmöglichkeiten. Die dort parkenden großen Nutzfahrzeuge nähmen den Anwohnern die Parkplätze weg. Die Familien in den Mehrfamilienhäusern hätten oft mehr als nur ein Auto, vor allem, wenn die Kinder selbst ein Auto besitzen.

Die Stellplatzverordnung der Gemeinde entspreche nicht mehr dem heutigen Lebensstil, räumte Sepp Grießenböck ein. Man könne nur an die Fahrzeughalter appellieren, eine Lösung von Seiten der Gemeinde sei kaum realisierbar. Dem fügte Thomas Hofmann hinzu, dass Investoren bei Neubauten das Maximum an Wohnfläche und das Minimum an Parkplätzen anstreben.

Dass auch abends beim Weggehen Parkplätze fehlen, sprach Peter Enzmann an. Er wundere sich, dass von den Jugendlichen diesbezüglich kaum etwas zu hören ist. Die Gemeinde betreibe keine Lokale, so Grießenböck. Doch sei die Gemeinde durchaus aufgeschlossen, wenn ein Betreiber ein Lokal aufmachen möchte. Mögliche Standorte gebe es; eventuell im Gewerbegebiet.

Grießenböck rief die Jugendlichen auf, zur Kommunalwahl zu gehen und damit ihre Zukunft mitzugestalten. Vielleicht habe auch der ein oder andere über 18-Jährige Lust, selbst zu kandidieren. Alle Fraktionen, so versicherte er, würden junge Leute gerne in ihren Kandidatenlisten aufnehmen.

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