Prien – „Gelassenheit und Miteinander“: Das Motto des neuen Schuldirektors des Ludwig-Thoma-Gymnasiums, Andreas Schaller, kommt gut bei der LTG-Schulfamilie an. Das zeigte sich zum Beispiel bei seiner offiziellen Amtseinführung im König-Ludwig-Saal. Dieser war mehr als gut gefüllt, zahlreiche Ehrengäste aus Bildung und Kommunalpolitik sowie viele Amtskollegen aus den umliegenden Gemeinden, Schuldirektoren aller Priener Schulen und des Landkreises waren dabei. Auch Lehrer, Schüler, Elternbeirat und Förderverein waren gekommen. Musikalisch-vielfältige Beiträge von Big Band, großem Chor, Hackbrett-Trio und Lehrerchor sorgten für gute Unterhaltung.
Ein Hauch „American way of life“
Schon in seiner Begrüßung ließ der neue stellvertretende Schuldirektor Rainer Hoff anklingen, dass das Willkommensgefühl wichtig sei und an der Schule gute Stimmung herrsche.
Ministerialbeauftragter Richard Rühl fasste nach einem Abriss der Vita des neuen Schuldirektors die Anforderungen an einen Schuldirektor zusammen: Pädagogische Fähigkeiten, kommunikative und soziale Kompetenz, Verwaltungserfahrung sowie das Gefühl für die Verantwortung für Bildung und Erziehung. Andreas Schaller bringe dafür mit seinem „American way of life“ (Andreas Schaller ist Englisch- und Sportlehrer) und seiner „russischen Seele“ (Schaller war sieben Jahre lang auf der Krim für das deutsche Auslandsschulwesen zuständig) die besten Voraussetzungen mit. Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner erklärte, dass Bildung der wichtigste Rohstoff sei. Das LTG mit Herz, Hand und Verstand weiterzuentwickeln, wie es schon sein Vorvorgänger Günther Madsack getan habe, sei dafür der Grundstock. Stellvertretender Landrat Josef Huber befand: Eine Schule zu leiten bedeute viel Verantwortung und sei eine Herausforderung. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an das Grundgesetz, Artikel 1, das mit der Würde des Menschen beginnt. „Geben Sie der Schule ihren persönlichen Stil“, ermunterte er Schaller, ehe er mit einem Versprechen aufwartete: Der Umbau der Schule, unter anderem der Neubau von Trakt I und die energetische Sanierung der beiden Trakte II und III, seien beinahe abgeschlossen, aber die Baumaßnahmen seien noch nicht vorbei: In der kommenden Legislaturperiode werde der Kreistag konkret den Neubau einer Turnhalle für das LTG angehen.
Bürgermeister Jürgen Seifert zitierte Ely Samuel Parker: „Der Lehrer, der nur Kenntnisse vermittelt, ist ein Handwerker – der Lehrer, der den Charakter bildet, ein Künstler.“
Eine Schultüte
für den neuen Rektor
Lehrer zu sein, sei nicht nur Beruf, sondern Berufung. Wichtig sei es deshalb im Schulleben, Menschen zusammenzubringen, ohne auf den Stundenplan zu schauen. „Laufen lassen, wo es gut läuft, und eingreifen, wo nötig.“ Elisabeth Kirchner, Vorsitzende des Elternbeirats, überreichte dem Schulleiter eine Schultüte, bestückt mit Eigenschaften wie Geduld, Neugier, Humor und Leidenschaft und zahlreichen Wünschen wie wertschätzendem Miteinander, „Gelassenheit auch bei abstrusesten Abistreichen“ und dass sich alle – Schüler wie Lehrer – am LTG wohlfühlen. Laurent Westermeyr, Vorsitzender des Förder- und Freundeskreis des LTG, wünschte dem Schulleiter „Motivation, einen kühlen Kopf, offene Ohren, Mund, Augen, Herz, viele Hände, Sitzfleisch und mindestens zwei Paar Beine.“ Die Schülersprecher Eva Neumayr, Valentin Westermeyr und Thomas Lange überreichten Andreas Schaller einen Pullover und eine Mütze mit dem LTG-Logo als Antrittsgeschenk und bedankten sich beim neuen Schulleiter: „Sie haben von uns mehr Teilhabe und Engagement am Schulleben gefordert“, was ihnen Pflicht und Ehre zugleich sei.
Der neue Schuldirektor selbst befand, dass er „unverschämtes Glück mit dem LTG“ habe. Trotz der verschiedensten Vorschriften und Ideen, sei es bezüglich dem Übergang vom G8 zum G9, des gemeinsamen Abiturs von LTG- und Waldorf-Abiturienten in diesem Jahr oder der frühe Schulstart um 7.15 Uhr, sei es wichtig, entspannt und gelassen zu bleiben. Von Anfang an sei am LTG das Gefühl vermittelt worden, willkommen zu sein, und das wolle er zurückgeben. elk