Die Nacht soll wieder dunkel sein

von Redaktion

Bürgerversammlung in Grabenstätt: Diskussion über Straßenlaternen und Wasser

Grabenstätt– Nach seinem eineinhalbstündigen Rechenschaftsbericht verlas Bürgermeister Georg Schützinger in der Bürgerversammlung im Grabenstätter Hof eine schriftliche Eingabe von Peter Stein. Darin bat dieser die Gemeinde darum, zu prüfen, ob sich die Lichtleistung der Straßenlaternen nach Sonnenuntergang oder zumindest nach 23 Uhr reduzieren ließe. Gerade jene Laternen am Parkplatz im Grabenstätter Ortskern und bei der Musikschule müssten nicht die ganze Nacht über „mit extrem hoher Lichtleistung“ leuchten.

Nur am Marktplatz
klappt LED nicht

Stein zufolge wären dies ein Beitrag zur Reduzierung der Lichtverschmutzung und auch eine Energiekosteneinsparung für die Gemeinde. In deren Stellungnahme hieß es, dass die meisten Brennstellen im Gemeindebereich im Dezember 2017 auf LED-Technik umgestellt worden seien. „Erst durch den Einsatz von LED-Leuchtmitteln können die Brennstellen geregelt und die Leistung zu einer bestimmten Uhrzeit reduziert werden“, erklärte dazu der Rathauschef. Am Grabenstätter Marktplatz bestehe diese Möglichkeit noch nicht, in allen anderen Bereichen seien die Lampen aber bereits entsprechend programmiert. Die Leistung werde dort von 23 bis 5 Uhr auf 50 Prozent reduziert. „Mit der Umstellung von vor zwei Jahren in Grabenstätt und Erlstätt werden nun jährlich 90000 Kilowattstunden und damit knapp 70 Prozent Strom eingespart“, erläuterte Schützinger. Mit der Amortisation der Umstellungsmaßnahme rechne man in rund acht Jahren.

Bürger Josef Austermayer kam auf die gemeindliche Wasserversorgung Marwang zu sprechen, die die Ortsteile Hirschau, Hagenau, Marwang, Obereggerhausen, Oberhochstätt und Unterhochstätt versorgt. Dazu muss man wissen, dass dem Wasser aus dem Brunnen „Eggenhauser Holz“ seit vier Jahren 75 bis 80 Prozent Wasser aus der Steinweiher Quelle (Wasserbeschaffungsverband Grabenstätt) beigemischt wird, um den Nitratwert unter 18,6 Milligramm pro Liter zu halten. Ansonsten drohen laut Gemeinde möglicherweise korrosive Wirkung in alten Metallleitungen. „Problematisch ist nun, dass sich in der zweiten Jahreshälfte der Nitratgehalt des Quellwassers deutlich verschlechtert hat und nun wieder auf dem Niveau von 2016 bei 27 bis 29,5 Milligramm pro Liter liegt“, so Austermayer. Dadurch und aufgrund eines Rohrbruchs in Hirschau habe das Mischverhältnis nicht mehr gestimmt, sodass seit Juni die Werte bei einigen Mischwasser-Messungen über den kritischen 18,6 Milligramm pro Liter gelegen hätten. Daher stellte Austermayer den Antrag, das Mischen zeitnah einzustellen und zum Schutz der Abnehmer nur Wasser vom Wasserbeschaffungsverband zu beziehen, auch wenn der Wasserpreis von 1,80 Euro pro Kubikmeter durch den zusätzlichen Zukauf noch etwas teurer würde. Man sollte dies so lange beibehalten, „bis das Schutzgebiet geklärt ist und sich die Eggenhausener Holz-Quelle nachhaltig erholt hat“, so Austermayer. Anstatt diese aufzugeben, sollte sie als eine Art „Notreserve“ beibehalten werden, um sie bei Bedarf schnell reaktivieren zu können. „Wir werden die Anregung aufnehmen“, versprach Schützinger und erinnerte daran, dass man das Verfahren zur Schutzgebietsausweisung, das sich noch eine Weile hinziehen dürfte, im Gemeinderat Ende 2018 mit großer Mehrheit auf den Weg gebracht habe.

Der zuvor vom Bürgermeister gelobte neue Grabenstätter Friedhof mit diversen Bestattungsmöglichkeiten sei „auf der Westseite bei Weitem nicht so schön wie auf der Ostseite“, meinte Bürger Siegfried Gärtner und verwies darauf, dass das Unkraut erst unlängst entfernt worden sei. Ein Ärgernis sei, dass die Landwirte, die im Grabenstätter Moos ihre Felder bewirtschaften, mit ihren schweren Fahrzeugen die Straßen verschmutzen. „Zuletzt waren 15 Zentimeter Dreck auf der Dorotheenstraße, wer macht das sauber, der Bauer oder die Gemeinde?“, fragte Gärtner.

Geplanter Spielplatz
noch Thema im Rat

„Dies sollte nicht sein und geht natürlich gar nicht“, erwiderte der Rathauschef und erinnerte daran, dass es sich dort formell um einen öffentlichen Feld- und Waldweg handelt, für deren Unterhalt die An- und Hinterlieger zuständig seien.

Auf die Frage von Ralf Ochsenbrücher, wann im neuen Wohnbaugebiet an der Meckenheimer Straße in Grabenstätt der in Aussicht gestellte Kinderspielplatz gebaut werde, meinte das Gemeindeoberhaupt, dass man im Bebauungsplan einen solchen vorgesehen habe und dafür auch eine Fläche gesichert sei. Mit der Detailplanung müsse man sich aber erst noch im Gemeinderat beschäftigen.

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