Prien – In der Aufstellungsversammlung im Bayerischen Hof wurden des Weiteren auch die 24 Kandidaten und zwei Ersatzkandidaten für den Gemeinderat gewählt.
Er braucht keine Einarbeitungszeit
Nachdem Vorsitzender Peter Fischer die Versammlung eröffnet hatte, erklärte der zum Versammlungsleiter auserkorene Michael Schlosser, Andreas Friedrich sei als gelernter Verwaltungsfachwirt, langjähriger Leiter des Ordnungsamts sowie stellvertretender Leiter des Standesamts fachlich geeignet, beruflich qualifiziert und kenne bestens die kommunalpolitischen Zusammenhänge in Prien. „Andreas Friedrich braucht keine Einarbeitungszeit, und so entsteht kein politischer Stillstand“, so Schlosser.
Im Anschluss erläuterte Friedrich, der derzeit im Landratsamt Rosenheim als stellvertretender Leiter der Kommunalaufsicht tätig ist, das Wahlprogramm der ÜWG. Seit 60 Jahren stehe der Verein für eine sachliche Politik, fernab von parteipolitischen Vorgaben. Ein großer Ort wie Prien brauche einen Verwaltungsexperten an der Spitze. Ein Bürgermeister besuche nicht nur Veranstaltungen und halte Reden, sondern er müsse sich für seine Aufgaben viel mit der Verwaltungsgesetzgebung auseinandersetzen. Das Programm konzentriere sich auf drei Themengebiete. So stehe der Mensch im Mittelpunkt – und zwar jeder. Eine Ausgrenzung finde oft aus Unwissenheit statt. Die Barrierefreiheit nütze allen – Senioren, Menschen mit Behinderung wie auch Familien mit Kinderwagen. Prien sei touristisch der führende Ort am Chiemsee. Aber man dürfe sich nicht ausruhen, der Wettbewerb sei knallhart. „Wir müssen den Wettbewerbern immer einen Schritt voraus sein, um unsere Position zu sichern“, so Friedrich. Die größte Herausforderung für die Zukunft sehe er in der Ortsentwicklung. Entgegen der Aussagen anderer Gruppierungen empfinde er nicht, dass in Prien ein Verkehrs-Chaos herrsche. Der Verkehr laufe, wenn auch manchmal stockend. Es müsse ein Umdenken her, Wege im Zentrum könne man in wenigen Minuten auch zu Fuß erledigen. Wenn sich Bürger in ihren Wohngebieten Tempo 30 wünschten, solle man ihnen das erfüllen.
Eine Ortsumfahrung halte er indes für nötig. Bisher sei diese aus Kostengründen im Gemeinderat stets abgelehnt worden. Hätte man beizeiten einen Topf dafür bereitgestellt, könne man jetzt darüber verfügen. „Wenn wir jetzt nicht damit beginnen, bekommen wir sie nie“, mahnte der 31-Jährige an.
Gute Ideen
bündeln und vereinen
Auch der Erhalt der Infrastruktur sei wichtig. Noch immer existierten im Ort viele Stolperstellen und Schlaglöcher. Hier sehe er Nachholbedarf. Bei aller Investitionsfreude dürfe man sich aber nicht übernehmen. Man habe viel auf den Weg gebracht. Die ÜWG wolle Prien verantwortungsvoll, behutsam und sparsam weiterentwickeln, damit auch spätere Generationen finanziell Spielraum hätten.
„Die spannendste und schwierigste Aufgabe wird es sein, die vielen, ebenso guten Ideen der anderen Parteien zu bündeln und zu vereinen, denn nur gemeinsam sind wir stark“, schloss Friedrich seinen Ausblick. Die geheime Wahl ergab eine 100-prozentige Zustimmung für ihn als Bürgermeisterkandidat.
In einer kurzen Runde stellten sich die 24 Kandidaten zur Gemeinderatswahl sowie die zwei Ersatzbewerber vor, die nahezu alle aus Prien und Atzing stammen – teils spritzig und mit viel Wortwitz. Der Kreisvorsitzende der ÜWG, Dieter Kannengießer, lobte während der Auszählung die gelungene Mischung der Kandidaten, in der jüngere und ältere Personen und unterschiedlichste Berufsgruppen vertreten seien.