Inzell – Gut besucht war in diesem Jahr die Bürgerversammlung im Inzeller Festsaal und es gab seitens der Bevölkerung einige Anfragen und Wünsche an die Gemeinde. Zufrieden schaute Bürgermeister Hans Egger auf das abgelaufene Jahr zurück. Besonders erfreut war er über die Haushaltssituation und der damit verbundenen niedrigen Pro-Kopf- Verschuldung im Ort.
Sehr entspannt berichtete das Gemeindeoberhaupt über die positive Entwicklung in Inzell und den Ausblick auf die nächsten Jahre. Die Einwohnerzahl von Inzell lag Ende 2018 bei 4838 und beträgt derzeit 4883, wobei es im laufenden Jahr 43 Geburten gab. Im Vorjahr wurden 34 Kinder geboren.
Geldsegen für
Inzeller Vereine
Eine besondere Einrichtung in Inzell ist die Fritz- und-Brigitta-Gastager-Stiftung, die für gemeinnützige Vereine Mittel zur Verfügung stellt. Auch heuer konnte trotz niedriger Zinsen wieder ein Betrag von 20550 Euro an die Inzeller Vereine ausgeschüttet werden. Die Haupteinnahmen im Verwaltungshaushalt von 15,25 Millionen Euro (ein Plus von fast 9,5 Prozent gegenüber dem Haushaltsplan) sind laut Egger unter anderem Einkommenssteuer (2,52 Millionen Euro), Benutzungsgebühren (2,49 Millionen Euro), Gewerbesteuer (1,7 Millionen Euro) und Kur- und Fremdenverkehrsbeiträge (1,56 Millionen Euro). Den Löwenanteil der Ausgaben machen etwa Betriebsaufwendungen, Personalausgaben sowie die Kreis- und Solidarumlage mit rund 8,8 Millionen Euro aus. Die geplanten Einnahmen im Vermögenshaushalt liegen 2018 bei 5,23 Millionen Euro. Beachtenswert ist auch die Rücklagenentnahme mit 1,57 Millionen Euro. Das Haushaltsvolumen hat sich um über fünf Prozent verbessert, da eine Mehreinnahme durch Steuern und Beiträgen von 833500 Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt wurde. Nachdem die Pro-Kopf-Verschuldung 2012 bei 1634 Euro lag, konnte diese verringert werden und liegt 2019 bei 749 Euro. Schuldenabbau und Aufarbeitung des Investitionsstaus (Straßen und Gebäude) bleiben weiterhin das Ziel. Erfreulich waren 2018 steigende Gästezahlen mit 632516 Übernachtungen (+3,59 Prozent), ebenso die Gästeankünfte mit 139057 (+6,85 Prozent).
Asylbewerberzahlen
sind klar rückläufig
Ein weiterer Punkt in Eggers Vortrag war die Asylpolitik. In Inzell leben derzeit 33 Asylbewerber und 13 „Fehlbeleger“. Einzelne Asylbewerber seien schon in verschiedenen Betrieben beschäftigt.
Zum Thema Hallenbad in Inzell erklärte Egger, dass der Förderantrag im November 2018 bei der Regierung von Oberbayern eingereicht wurde, aber es noch keine Entscheidung über die Förderhöhe gebe. Der Umbau sei aber fest geplant.
Klaus Gräbeldinger erkundigte sich nach dem Nutzungskonzept der Max-Aicher-Arena und wie man die Auslastung verbessern könne. Egger machte deutlich, dass die Voraussetzung mit dem Bestuhlungskonzept geschaffen wurde und man nun an Vermarktungsfirmen und professionelle Agenturen herantreten könne. Dies sei im Gemeinderat noch nicht explizit besprochen worden.
Stefan Maier plädierte für eine kostengünstige Sanierung des Salinenweg-Ausbaus. „Man sollte den Teilabschnitt von der Brücke bis zur Kritischen Akademie in dem gleichen Maße erneuern, wie den ersten Abschnitt, beginnend von der Schmelzer Straße. Gegebenenfalls muss man dann auf eine Förderung verzichten.“ Egger pflichtete dem bei und versprach, dass die Gemeinde die Kosten genau prüfen wird.
Peter Porschewski missfällt das Verhalten der Verkehrsteilnehmer auf der Reichenhaller Straße: „Seit der Wegnahme der Blumentröge hat sich dieser Abschnitt wieder zu einer ‚Rennstrecke‘ entwickelt.“ Die Holzkästen wurden wegen der Schneeräumung entfernt und im nächsten Frühjahr werden dort Betontröge platziert, die die Geschwindigkeit reduzieren sollen, so Egger.
Michi Geisreiter monierte den Anstieg der Kosten beim Oberflächenwasser um 20 Cent. Laut Egger gab es 2018 eine Senkung des Brauchwassers und die Erhöhung des Oberflächenwassers betreffe nur einen geringen Teil der Bevölkerung. Als letzte Wortmeldung erkundigte sich Rainer Tobsch nach dem vor Jahren geplanten Rundweg um den Zwingsee, dessen Planung aber nach Eggers Aussage verworfen wurde, weil eine Umsetzung zu aufwendig wäre und nicht ins Kosten-Nutzen-Konzept passt.