Ruhpolding/Traunstein – Von den Pater-Brown-Spielfilmen mit Heinz Rühmann in den 1960er Jahren hatte einer den Titel „Er kann’s nicht lassen“. Unter diese bezeichnende Überschrift könnte man auch die Nominierung von Sepp Konhäuser stellen, denn der Ruhpoldinger tritt nun schon zum fünften Mal für den SPD-Unterbezirk Traunstein bei einer Kommunalwahl als Landratskandidat an. Bei der Aufstellungsversammlung im Brauereiausschank Schnitzlbaumer bekam er 53 von 54 Delegiertenstimmen, was einer Erfolgsquote von 98,2 Prozent entspricht.
Krankenhäuser sollen erhalten bleiben
Der Liste der Kreistagskandidaten, die von Konhäuser, MdB Dr. Bärbel Kofler und Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel angeführt wird, stimmten alle Kreisdelegierte zu. Dass sowohl der Landratskandidat als auch die Kreistagsliste mit so vielen Stimmen aufgestellt worden sei, wertete Kofler als „wichtiges Zeichen für das Gesamterscheinungsbild der SPD im Landkreis.“
In groben Zügen ging Konhäuser auf die Leitlinien der Partei für den Kommunalwahlkampf ein. Im Landkreis Traunstein lebe es sich gut und dank eines guten Branchenmixes herrsche bei einer Arbeitslosenquote von unter drei Prozent Vollbeschäftigung. Er forderte deshalb, die Mobilfunk- und Datenlöcher zu stopfen, denn in vielen Bereichen gebe es nicht einmal G3, „wo andere über G5 schwadronierten“. Das Gesundheitswesen möchte er erhalten und ausbauen. Die Kliniken stünden gut da. Doch Konhäuser erwähnte auch die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung, der zufolge zahlreiche deutsche Krankenhäuser mit unter 300 Betten als schließungsgefährdet gelten. Dann gäbe es nur noch die Kliniken in Traunstein und Bad Reichenhall. „Wir sind ein Flächenlandkreis und brauchen unsere Krankenhäuser“, unterstrich Konhäuser. Weiter ging er auf die Themen ÖPNV Tourismus und Soziales ein. So ist er ein Befürworter des „Wiener Modells“, das bedeutet, für einen Euro im Stundentakt im gesamten Landkreis fahren zu können. Dies auch im Interesse der rund 50000 Menschen über 60 Jahre im Kreis Traunstein. Auch setzt er sich für eine Jugendsozialarbeit im Kindergarten ein. Sie solle so früh wie möglich greifen, da durch Prävention später Geld gespart werden könne.
Ebenso müsse man sich um einen behindertengerechten und barrierefreien Ausbau im öffentlichen Raum kümmern. Die drei Kreisaltenheime schrieben keine roten Zahlen. In Palling werde ein neues Altenheim gebaut. Altenheime seien jedoch keine Pflichtaufgabe eines Landkreises. An der Kreisklinik Trostberg werde eine Kurzzeitpflege eingerichtet, die von der Wohnungsbau GmbH finanziert sowie von den Kreisaltenheimen und der Kreisklinik getragen würden. Dies sei nur möglich, weil alle Einrichtungen dem Landkreis gehörten.
Neue Wege bei der Abfallentsorgung
Beim Thema „Ökologie“ brauche sich die SPD nicht verstecken, betonte der Landratskandidat. Vor Jahren habe der Landkreis beschlossen, dass der private Stromverbrauch bis 2020 zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie abgedeckt werden müsse. Dieses Ziel habe man bereits 2018 erreicht.
Bei der Abfallentsorgung fordere die SPD „weg vom Bringsystem hin zum Abholsystem“ zu kommen, weil es „ökologischer Unsinn“ sei, dass Bürger ihren Müll herumfahren. Die Zahl der Wertstoffhöfe könne dann verkleinert werden.