Grabenstätt – „Die Bilanz kann sich sehen lassen, er hat seine Sache sehr gut gemacht und sein Amt mit großem Engagement fast rund um die Uhr ausgeübt und dabei keine Rücksicht auf seine Gesundheit genommen“, lobte Grabenstätts Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer den im kommenden Frühjahr nach 36 Jahren aus dem Amt scheidenden Bürgermeister Georg Schützinger. Dieser leitete unlängst im Gasthof Fliegl in Erlstätt seine letzte von insgesamt rund 75 Bürgerversammlungen. Die rund 80 anwesenden Bürger goutierten es mit lautem Applaus.
In der Diskussion hatten sich zuvor weitere Erlstätter Bürger mit ihren Anliegen, Wünschen, Lob und Kritik zu Wort gemeldet. Dr. Martin Brunnhuber bedankte sich für die „super Loipe“, die im vergangenen Winter um Erlstätt gespurt worden sei, mahnte aber zugleich an, dass man den für das Loipenspurgerät zuständigen Personenkreis erweitern sollte, damit bei Bedarf immer jemand kurzfristig einspringen könne. Ihre Schüler seien mit dem Wunsch an die Gemeinde herangetreten, einen Pumptrack (Fahrrad-Parcours) zu genehmigen und bauen zu lassen, erinnerte Schulleiterin Josephine Brunnhuber. Im benachbarten Chieming gebe es seit einiger Zeit unweit der Schule schon so einen Pumptrack, der „eine super Sache ist und sehr gut angenommen wird“.
„Wir machen uns darüber Gedanken und werden das im Gemeinderat diskutieren“, versprach Schützinger. Allerdings bräuchte man auch ein geeignetes Grundstück.
Keine Neuigkeiten
zum Kiesabbau
Marietha Adam appellierte, dass man das 30-km/h-Schild in der Staudacher Straße in Erlstätt größer machen und/oder die Geschwindigkeitsbeschränkung auf die Straße zeichnen sollte. Gerade die Schulkinder seien zuletzt beim Bau der Ampelanlage in der Erlstätter Ortsmitte einer großen Gefahr ausgesetzt gewesen, weil sie wegen der Grabungsarbeiten im Gehwegbereich teilweise auf die viel befahrene Kreisstraße hätten ausweichen müssen, mahnte Bürger Sepp Schützinger an. „Auch wir waren mit der Situation mehr als unzufrieden, denn die beauftragte Firma hätte die Baustelle richtig absichern müssen“, so Bürgermeister Schützinger. Für Unverständnis sorgte auch, dass der Zebrastreifen dort lange vor Inbetriebnahme der Lichtzeichenanlage entfernt worden war. Zum geplanten Kiesabbau im Ortsteil Kraimoos gebe es „aktuell nichts Neues zu berichten“, beantworte das Gemeindeoberhaupt eine Frage von Alexander Fietz. Es liege nach wie vor kein entsprechender Antrag vor, man wisse aber, dass es seitens der Firma Rohrdorfer Sand und Kies solche Überlegungen gebe. Fietz beschwerte sich zudem über den von einem externen landwirtschaftlichen Unternehmer verursachten starken Verkehr in Kraimoos, was „die Wohnqualität massiv beeinträchtigt“. Unterstützung erfuhr er von Jutta Hanke: „Auf einer Wiese werden landwirtschaftliche Produkte abgeladen und umgeschlagen“.
„Uns liegt keine Gewerbeanmeldung vor“, stellte der Bürgermeister klar.
Hanke befürchtete zudem, dass die Gemeinde Chieming irgendwann den Schwerlastverkehr aus der Ortsmitte aussperre und dieser dann, falls in den nächsten Jahren keine Umgehungsstraße realisiert werden könne, über Kraimoos und Erlstätt ausweichen müsse. Schützinger erinnerte daran, dass es sich in Chieming um eine Staatsstraße handle und es die Aufgabe übergeordneter Straßen sei, auch den Schwerlastverkehr aufzunehmen.
Sorge um sicheren
Weg für Kinder
Eine Umgehungsstraße müsste auf Chieminger Gemeindegebiet verlaufen und dafür gebe es schon Vorplanungen. Helmut Vordermayer lobte die geschaffene Querungshilfe an der Kreisstraße TS 54 in Erlstätt und die nun in Betrieb gegangene, lange geforderte Ampelanlage an der Kreisstraße TS3 beim Gasthof Fliegl. Damit sei die Verkehrssicherheit erheblich verbessert worden. Nachholbedarf gebe es im Bereich Tettenmoos, wo es gerade für die Kinder an der Kreisstraße sehr gefährlich sei. Auch wenn man in Sachen Informationspolitik manches besser machen hätte können, stehe Schützingers lange Amtszeit in einem sehr positiven Licht. „Hut ab, ihr Nachfolger tritt in große Fußstapfen“, lobte Vordermayer.