„Für mich besser als Weihnachten“

von Redaktion

Der Christkindlmarkt auf der Fraueninsel wird auch heuer mit seiner riesigen Auswahl von mehr als 90 Ausstellern Besucher aus nah und fern anziehen – bis zu 60000 waren es in den vergangenen Jahren.

Fraueninsel – Schon von weitem sind vom Schiff aus die Buden zu sehen, die sich nahe am Ufer der Fraueninsel aneinanderreihen. Die Lichterkette, die beide Seiten des Hauptsteges ziert, sorgt für ein stimmungsvolles Ankommen. Der überregional bekannte Christkindlmarkt auf der Insel öffnet am heutigen Freitag seine Pforten. Die Ständler haben ihre Buden schon eingeräumt.

Karin und Martin Leistner haben seit den Anfängen des Marktes einen Stand auf der Insel. Aus ihrem Laden in Frasdorf haben sie unter anderem tschechischen Christbaumschmuck aus Glas sowie Filzwaren und Klangschalen aus Nepal dabei.

„Für uns ist das Beziehen des Standes auf der Insel schon Routine“, lacht Martin Leistner. Seine Frau Karin freut sich auf den Markt. „Ich würde niemals auf einem anderen Christkindlmarkt ausstellen. Hier gibt es eine besondere Atmosphäre und ein tolles Rahmenprogramm. Außerdem stellen viele ausgefallene Kunsthandwerker aus.“

Aufbauleiter Michael Bassing und sein achtköpfiges Team sind schon seit gut drei Wochen mit den Vorbereitungen für den Markt beschäftigt. Bassing erklärt, dass es eine Zweiteilung gibt: Die Prien Marketing GmbH (PriMa) ist zuständig für die Materialbeschaffung, sprich für die Transporte von Baucontainern und Hüttenteilen auf die Insel und die Bereitstellung von Gabelstaplern und Golfwagen. Diese seien für ein schnelles Fortbewegen auf der Insel nötig, um wertvolle Zeit zu sparen.

Bassings Männer wiederum nehmen auf der Insel die Budengestelle auseinander, setzen die Teile zusammen und arrangieren die Hütten gemäß des Ständeplans.

In der Woche vor der Eröffnung wird auf der ganzen Insel die hell leuchtende 1275 Meter lange Lichterkette verteilt. Diese geht an jeder Hütte vorbei und verbindet sie miteinander. Vom Festland aus sieht man sie in der Dunkelheit schimmern.

Während der Arbeiten ist das komplette Aufbauteam im Kloster untergebracht, das wiederum von den Besucherströmen des Christkindlmarkts profitiert. Der Klosterladen ist mit seiner Auswahl an Büchern, hausgemachtem Marzipan und den berühmten Kräuterlikören selbst eine beliebte Attraktion, die bei den Inselbesuchern gefragt ist.

Mehr als 90 Aussteller dieses Jahr

Bassing hat viel Erfahrung. Er selbst hat vor 19 Jahren den Christkindlmarkt zusammen mit dem früh verstorbenen Klosterwirt Bernd Nees initiiert. Die beiden beschafften sich anfangs Hütten aus dem Baumarkt und werteten diese mit der Zeit auf, verstärkten sie und richteten sie ein. Nach und nach kamen immer mehr Buden dazu. Ebenso ergab sich die Zusammenarbeit mit der PriMa.

Heuer gibt es über 90 Aussteller, davon sind sieben Hütten von den Insulanern selbst, der Rest von Bassing. „Bei mir dürfen die Ständler die Buden dekorieren, wie sie wollen, das macht hier auch das Flair aus“, erzählt der Aufbauleiter.

Doch die Veranstaltung auf der Insel bringe eben auch Schwierigkeiten mit sich. Man sei konsequent auf die Lastenfähre angewiesen, die Budenteile, Geräte und Golfwagen vom Festland auf die Insel bringt. Hier tue sich schon das nächste Problem auf: Wenn der Chiemsee wenig Wasser hat, könnten keine schweren Lasten auf der Fähre transportiert werden, da sie sonst auf Grund laufen würde. Darum müsse der Transport in kleineren Mengen erfolgen, erläutert Bassing.

Die Fieranten kommen aus ganz Bayern und aus dem angrenzenden Baden-Württemberg auf die Fraueninsel. Tony Hahn beispielsweise hat sein Atelier für Lederbekleidung in Palling im Landkreis Traunstein.

Er ist schon zehn Jahre beim Christkindlmarkt auf der Fraueninsel dabei. Hahn verkauft hier Lederhandschuhe, ein Nebenprodukt aus den Stoffresten von seinen Lederjacken, die er normalerweise produziert. Er sieht den Markt vor allem als„Werbung fürs Geschäft“.

Sabine Neuer hingegen hat keinen Stand auf dem Markt. Sie lebt seit 41 Jahren auf der Insel und hat den Trubel zur Zeit des Christkindlmarktes von Anfang an mitbekommen. „Das richtige Maß an Besuchern und das passende Rahmenprogramm sind mir persönlich wichtig“, meint sie. Sie freue sich trotzdem, wenn die Besucher von nah und fern den Markt genießen.

Genießen kann man hier an den zwei Wochenenden auch Wurst- und Schinkenwaren vom Biohof „Land.Luft“ aus Leberfing in Niederbayern.

Mit dem Betriebsmotto „Wir lassen die Sau raus!“ bietet Vertriebsleiterin Andrea Kveder-Artmayer ausschließlich Produkte aus Weidehaltung an.

Über 50000 Besucher werden erwartet

„Die Schweine werden bei uns auf der Weide geboren, leben dort und werden am Ende auch mit einem mobilen Schlachtanhänger auf der Weide geschlachtet. Das ist beste Tierhaltung“, bekräftigt Kveder-Artmayer.

„Für mich ist das hier wirklich besser als Weihnachten. Ich verkaufe tolle Produkte, hinter denen ich stehe, das macht mir unheimlich viel Spaß.“Die Vorfreude und Leidenschaft ist ihr richtig anzusehen. Dieses Jahr werden wieder zwischen 50 000 und 60 000 Besucher auf dem Christkindlmarkt der Fraueninsel erwartet. Michael Bassing und sein Team haben für einen reibungslosen Ablauf schon ganze Arbeit geleistet.

Christkindlmarkt Fraueninsel

Markttage sind an den ersten beiden Adventswochenenden (29. November bis 1. Dezember und 6. bis 8. Dezember). Öffnungszeiten für den Markt sind am Freitag von 14 bis 19 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 12 bis 19 Uhr. Die Insel ist mit dem Schiff im Halbstundentakt von den Häfen in Prien/Stock und Gstadt aus erreichbar.

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