Grassau – Ab 2020 muss bedeutend mehr an Hundesteuer in Grassau bezahlt werden: Das entschied der Marktgemeinderat in der jüngsten Sitzung. Statt 40 Euro werden dann 70 Euro im Jahr für den ersten Hund fällig.
Im Vergleich mit den umliegenden Gemeinden rangiere Grassau mit der Hundesteuer „am untersten Rand“, informierte Bürgermeister Rudi Jantke. Die Einnahmen aus der Steuer von 13000 Euro reichen nicht, um den Aufwand der Gemeinde zu finanzieren, der bei 18000 Euro liegt. Ermittelt wurden die Kosten für geleistete Bauhof-Arbeitsstunden, Kotbeutel für die Hundetoiletten sowie die Verwaltung.
Erstmals wird auch die Kategorie „Kampfhund“ eigens aufgenommen. Für diese Hunderassen werden künftig 250 Euro jährlich fällig. Laut Jantke gebe es in Grassau fünf Hunde, die unter die Kategorie Kampfhunde fallen, wobei noch keiner negativ aufgefallen sei.
Jeder weitere Hund kostet 120 Euro
Um die Kosten zu decken, wurde eine Erhöhung der Steuer von 41 auf 70 Euro für den ersten Hund und von 80 auf 100 Euro für den zweiten Hund vorgeschlagen. Jeder weitere Hund kostet 120 Euro jährlich. Die Erhöhung betrifft 263 Hundehalter im Gemeindegebiet. 18 Grassauer haben zwei Hunde und vier sogar einen dritten Hund. Damit summieren sich die steuerlichen Einnahmen auf 20700 Euro. Für die Hundekotbeutel, die aus Plastik bestehen, solle eine umweltfreundlichere Alternative gefunden werden, betonte Jantke. Allerdings brauchen Papiertüten fast genauso lange zum Verrotten, fügte er hinzu. Mehdi Akbari interessiert, warum für Kampfhunde gleich eine so hohe Steuer verlangt werde. Laut Jantke stellen diese eine größere Gefährdung dar. Tobias Gasteiger fügte an, dass auch der Aufwand in der Verwaltung größer sei. Zudem handle es sich um eine ordnungspolitische Maßnahme, um die Haltung dieser Tiere unattraktiver zu gestalten.
Vergünstigung für Rentner abgelehnt
Tom Hagl (CSU) stellte den Antrag auf Vergünstigung für Rentner. Dieser wurde nicht angenommen. Seiner Ansicht nach sei der Sprung von 41 auf 70 Euro hoch. Besser wäre es gewesen, nicht 16 Jahre mit einer Anpassung zu warten. Mit einer Gegenstimme wurde die Hundesteuer nun erhöht.