Marquartstein – Die Gestaltung der Ortsdurchfahrt B 305 in Marquartstein nimmt nun – nach der Verabschiedung des Planungskonzeptes und der Kostenschätzung – konkrete Formen an. In der vergangenen Gemeinderatssitzung stimmte dieser mit einer Gegenstimme dem Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 5,7 Millionen Euro zu. Dabei fallen rund 2,25 Millionen Euro auf den Bund und die weiteren 3,45 Millionen Euro müssen von der Gemeinde gestemmt werden.
Wobei in der Kostenschätzung für die Gemeinde 965000 Euro für den Wasserleitungsbau berücksichtigt seien, wie Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) anmerkte. Die Gemeinderätin Anke Entfellner-Häusler (CSU/Freie Bürger) konnte sich mit der hohen Summe nicht anfreunden und stimmte dagegen. Das integrierte städtebauliche Konzept (ISEK) von 2011 und die städtebauliche Feinuntersuchung, die der Gemeinderat kürzlich verabschiedet hat, hat gerade im Zusammenhang mit der Bundesstraße als Ortsdurchfahrt einige Missstände benannt und Maßnahmen zur Verbesserung der allgemeinen Verkehrssituation vorgeschlagen, so Scheck. Das seien mitunter der Ausbau des Nord-Süd-Radverkehrs, zusätzliche Fußgängerquerungen, barrierefreie Bushaltestellen, die deutliche Kennzeichnung der Ortsmitte und die Reduzierung der Geschwindigkeit der Fahrzeuge durch bauliche Maßnahmen. Wie Gerhard Hajer vom Planungsbüro Strasser ausführte, sind am nördlichen und südlichen Ortseingang Verkehrsinseln geplant, die als Querungshilfe dienen sollten. Im Ortsbereich wird am Einmündungsbereich Loitshauser Straße eine zweite Fußgängerampel entstehen. In verschiedenen Bereichen sollen Streifen eingebaut werden, die sich von der Struktur her vom Asphalt abheben und so die Fahrbahn optisch trennen. Gemeinderat Franz Aigner (CSU/Freie Bürger) wollte wissen, ob die Streifen überhöht seien. Die Streifen seien fahrbahnbündig, damit sie besonders von Lastwagen ohne Beeinträchtigung genutzt werden könnten und der Winterdienst dadurch nicht behindert sei, führte Hajer aus. So ein Streifen, eventuell mit Pflastersteinen, soll auch im Einmündungsbereich in die Staudacher Straße entstehen. Hier stellte Gemeinderätin Katja Kink (Bürger für Marquartstein) die Frage, ob dieser geteilt werden könnte und so mehr Sicherheit für die Fußgänger bei der Querung bringen würde. Dazu Scheck: Solche Streifen führen in anderen Gemeinden bereits zu vorsichtigerem Fahrverhalten. Eine Teilung sei aber wohl auch nachträglich zu realisieren.
Klaus Hell (Bürger für Marquartstein) brachte seine Bedenken ein, dass solche optischen Trennungsmaßnahmen rechtlich nicht abgesichert seien. Scheck erklärte darauf, dass nur die Fußgängerampel eine sichere Querung ermögliche und dort der Fußgängerverkehr Vorrang den Fahrzeugen gegenüber genieße. Wie Planer Hajer weiter ausführte, soll der Einmündungsbereich der Loitshauser Straße zur Auflockerung gepflastert werden. Darauf wollte Josef Moritz (CSU/Freie Bürger) wissen, ob die Einmündung so breit geplant sei, dass die von der Loitshauser Straße kommenden Fahrzeuge zweispurig abbiegen könnten. Laut Hajer werde das möglich sein. Letztlich gab es ein einstimmiges Votum für das Konzept.