Prien – Für die allermeisten Schulen in Deutschland ist die Digitalisierung des Unterrichts noch Zukunftsmusik. Nicht so für die Kommunale Realschule Prien. Nachdem dort ein zukunftsweisendes Medienkonzept erstellt worden ist, kommt nun die praktische Umsetzung. Für alle Klassen stehen zweimal 30 Tablets mobil zur Verfügung. Sie wurden vom Sachaufwandsträger, dem Landkreis Rosenheim, bewilligt.
Die Realschule profitiert als erste Landkreisschule vom Förderprogramm des Bundes. Eine komplette Umstellung des Unterrichts auf digitale Medien ist hierbei nicht das Ziel. Das klassische Heft und Buch sowie die eigene Handschrift dürfen auch in Zukunft nicht vernachlässigt werden.
Auf der Höhe
der Zeit sein
Realschuldirektorin Andrea Dorsch hat hier klare Vorstellungen. „Wir wollen auf der Höhe der Zeit sein, und das heißt, die digitale Herausforderung offensiv im Unterricht anzugehen. Gleichzeitig wollen wir aber die Grundkompetenzen wie Lesen und Schreiben nicht vernachlässigen.“
Zur Differenzierung und Individualisierung aber können diese neuen, modernen Geräte ebenso eingesetzt werden, wie zur punktuellen Visualisierung bestimmter Sachverhalte oder zur Motivation in einzelnen Unterrichtsphasen. Auch geeignete Apps und Lernplattformen bereichern den Unterricht qualitativ. Ebenso können Hausaufgaben digital gestellt oder Unterrichtsinhalte online verfügbar gemacht werden. Was das konkret bedeutet, erläuterte die Schulleiterin folgendermaßen. Um die Lehrerinnen und Lehrer entsprechend zu schulen, wurde an der Realschule Prien bereits eine schulinterne Fortbildung durchgeführt, zu der zwei externe Referenten in die Schule kamen. Sie bieten als Medientutoren und Beauftragte des Kultusministeriums ihre Fortbildungen an Schulen an, und zwar vor Ort, sodass die eigene Infrastruktur von den Lehrern genutzt werden kann. Das Kollegium konnte so unmittelbar am eigenen Gerät üben und erfahren, wie entsprechende Apps funktionieren und sinnvolle Lernplattformen genutzt und verwaltet werden können.
Schulinterne Fortbildungen
Diese schulinterne Fortbildung ergänzt die bereits durch das Kultusministerium vorgegebenen Onlinefortbildungen im Rahmen der Digitalisierungsoffensive Bayern. „Wir sind als Lehrkräfte fit, die positiven Seiten des Digitalen zu nutzen. Jetzt zeigen wir den Schülern, was man außer Social Media an intelligenten und nützlichen Dingen mit dem Internet anfangen kann“, so Dorsch.
Die Reaktion der Schüler sei durchweg positiv. Einer meinte, es vereinfache den Schulalltag, weil man mithilfe des Tablets beispielsweise leichter recherchieren könne. Ein anderer äußerte die Hoffnung, dass damit der Schulalltag praktischer würde.
„Das Lernen wird einfacher, weil man sich das Abschreiben von Hefteinträgen während des Unterrichts sparen kann“, so die spontane Reaktion eines Schülers der zehnten Jahrgangsstufe.