Kein Schlafort, keine Touristenhochburg

von Redaktion

Wössner Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen gegründet – „Lebensqualität erhalten“

Unterwössen –Neue Akteure machen sich auf, die Unterwössner Kommunalpolitik zur Kommunalwahl am 15. März zu beleben. Unter der Leitung von Kreissprecherin Helga Mandl gründeten die notwendigen drei Mitglieder Dr.Stefan Colling, Diplom-Wirtschaftsingenieur Bernd Katzbichler und Kunstprofessorin Eva Leitwolf den Unterwössner Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen.

Mitgestalten
lautet das Credo

Insbesondere unter dem Vorzeichen des Klimawandels mit den sich daraus ergebenden Herausforderungen segeln die Grünen bundesweit auf einer Erfolgswelle. Der Traunsteiner Kreisverband berichtete von einem Mitgliederanstieg von 50 Prozent in den letzten zwölf Monaten von 200 Mitgliedern auf 300 Mitglieder.

Auf Anfrage des Diplom-Wirtschaftsingenieurs Bernd Katzbichler machte der Kreisverband der Grünen einstimmig den Weg für einen Unterwössner Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen frei. Initiator Katzbichler zeigte sich überrascht über den guten Besuch, knapp 30 Sitzungsteilnehmer erschienen, darunter Landtagsabgeordnete Gisela Sengl. Katzbichler sah die letzte Unterwössner Bürgerversammlung als Auslöser für seine Initiative. Die Stimmung empfand er damals als eine Kombination von „Schaun mer mal“ und Lethargie. Das habe ihn bestärkt, politisch eine andere Richtung einzuschlagen, zudem im letzten Jahr die Entscheidung fiel, dauerhaft in Unterwössen zu Leben.

In Dr. Stefan Colling fand Katzbichler einen Mitstreiter. Er möchte die Lebensqualität im Ort erhalten, junge Leute und Familien nach Unterwössen bringen, damit sie mitgestalten und Arbeit finden. Unterwössen soll nach seiner Ansicht kein Schlafort, aber auch keine Touristenhochburg werden. Landtagsabgeordnete Gisela Sengl warb für politische Arbeit im Allgemeinen und mit den Grünen. Sie wünscht sich, dass grüne Ideen in die Kommunen einziehen, damit Umweltschutz, aber auch Demokratie und Transparenz Themen werden.

„Es geht nicht mehr so, wie es immer war. Die Zeiten haben sich verändert und die Herausforderungen verlangen, dass alle mitmachen. Wir müssen alle mobilisieren“, rief sie auf. Wer erst einmal den Versuch mache, vom Auto auf das Rad umzusteigen, könne das überaus positiv empfinden. Ähnlich sähe es aus, wenn der Busverkehr ordentlich funktioniere. Mit drei stimmberechtigten Mitgliedern gab die Versammlung dem Ortsverband eine Leitung. Weitere Gründer, die in der Sitzung zugegen waren, waren nicht stimmberechtigt, weil sie die Karenzzeit nach dem Eintritt noch nicht erfüllt hatten oder zurzeit noch „unter der Flagge“ eines anderen Ortsverbandes laufen. Im Ergebnis wurde Dr. Stefan Colling Leiter des Ortsverbandes. Er ist Hausarzt in der Ausbildung und 31 Jahre. Bernd Katzbichler ist Schriftführer. Der Musikverleger und Antiquar ist 55 Jahre. Beisitzerin wurde die 53-jährige Kunstprofessorin Eva Leitolf.

Nach der Wahl gaben Colling und Katzbichler einen Überblick auf ihr Programm. Sie möchten den öffentlichen Personennahverkehr deutlich verbessern und beziehen sich auf ein Beispiel in Vorarlberg, in der es in ähnlichen Infrastrukturen wie in Unterwössen gelang, einen Personennahverkehr bis Mitternacht im Halbstundentakt dauerhaft zu etablieren. Weil die Mittagsbetreuung der Nachfrage nicht mehr Herr werde, plane sie, zu vergrößern. Colling und Katzbichler verwiesen auf die Möglichkeit, das Unterwössner Schulangebot um eine Montessorischule zu erweitern. Die Nachfrage sei gerade aktuell. Mit einer Palette an Maßnahmen wollen die Unterwössener Grünen dafür sorgen, dass innerorts Tempo 50 eingehalten wird. Sie möchten den Ort über Radwege mit Marquartstein verbinden.

Für sichere

Fußgängerüberwege

Sichere Fußgängerüberwege insbesondere an der Bushaltestelle im Ortszentrum sollen Senioren die Querung erleichtern. Nachgedacht werde über ein Programm, Fahrgemeinschaften zu vermitteln und dauerhaft einen Pendlerbus in Zusammenarbeit mit großen Arbeitgebern einzurichten. Nach Ansicht von Colling und Katzbichler besteht die Möglichkeit, die dörfliche Wirtschaft mit Gemeinschaftsprojekten der Bürger voranzutreiben. Beim Thema Tourismus seien sie noch unentschieden und schwanken zwischen einem Ausbau des Tourismus, soweit es sich als sinnvoller Wirtschaftsfaktor erweist, zum anderen der Sorge vor einem Übertourismus. Zu den Punkten ergaben sich teilweise lebhafte Diskussionen mit den Sitzungsteilnehmern.

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