Zum Schutz für Land und Leute im Einsatz

von Redaktion

Umweltschutzverband Alztal Anwalt: Seeon verstößt gegen Naturschutz

Trostberg/Seeon –Ein „arbeitsintensives und herausragendes Vereinsjahr“ hat der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung (UVA) rückblickend in seiner Hauptversammlung vermeldet. Mit über 100 neuen Mitgliedern hat der UVA seine Jahres-Neuzugänge getoppt. Verantwortlich dafür sah Vorsitzende Gisa Pauli ein wachsendes Klima- und Umweltbewusstsein, das Bürger zunehmend einfordern. „Zum Schutz für Land und Leute“ zeigte sich der UVA auf vielfältige Weise präsent und unterstützte die Initiative„5GTotal Fatal“ zur äußerst umstrittenen 5G-Technologie.

Rund 100 Neuzugänge im vergangenen Jahr

Der Seeoner UVA-Sprecher Gerd Raepple ging auf die Ausweisung der 26 Hektar Kiesabbaufläche im Osten Seeons ein (wir berichteten). Fachanwalt Tim Stähle stellte in seiner Ausarbeitung klar, dass die Planung nicht den verbindlichen Vorgaben des Regionalplans Südostbayern entspreche. Für den Abbau gebe es keinen Bedarf, womit das kommunale Ansinnen gegen die Ziele des Flächen- und Naturschutzes verstoße. Zudem habe das Gremium nicht die nötigen Regelungen zur Erschließung und zum Ausgleich von Naturschäden getroffen. Zum Kiesabbau gingen weitere Einwendungen der Bürger ein.

Toni Mayer, Sprecher des Bürgerforums Seebruck, erklärte, dass zu den Überlegungen zur alten Alzbrücke das Plenum eine weitergehende Maßnahme verlangt hatte. Daraufhin hätte das Verkehrsministerium und die Regierung die Baubehörde beauftragt, zu der Sanierung eine neue Brücke zu konzipieren.

Die „Entlastungsspange“ sei für den Ort keine Verbesserung: Sie zerstöre Ortsbild und Bauland und bringe weiteren Schwerlastverkehr. Sauer sei aufgestoßen, „dass sich der Landrat als Beschützer der Hochmoore hinstellt, jedoch nicht übergreifende Planungen verhindert“. Der Sprecher des Bürgerforums machte deutlich, dass die Aktionen weitergehen. Nicht weniger sei die Arbeit des Umweltschutzverbandes im Laufe der Jahre geworden, versicherte Gisa Pauli zu Beginn ihrer Jahresbilanz. Seit Jahren beteilige man sich an Bebauungsplänen und ISEK, setzte sich für die Rettung von Bienen sowie schützenswerte Areale ein.

Als „Höhepunkt“ bezeichnete Pauli die rund 100 Neuzugänge im vergangenen Jahr. Der UVA umfasse jetzt 544 Mitglieder. Der Vortrag der Initiative „5G Total Fatal“, zur umstrittenen Technologie wurde mit großem Interesse verfolgt. Mittlerweile liege dazu Info-Material in den Kommunen.

Zudem beteiligte sich der UVA – aufgrund der vom Klimaschutzmanager überzeugten Wettbewerbschancen – mit seinem Projekt „Ökologische Ecken und Gärten“ zur Zukunft für Bayern Energie und Umwelt. Zum „gigantischen“ Flächenabbau für Kies sah sich der UVA in etlichen Gemeinden, besonders in Seeon gefordert. Dazu wurde laut Pauli der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger eingeschaltet. Derzeit liege die durch den Anwalt erstellte UVA-Einwendung der Kommune vor.

Die Seebrucker Planung, hochwertige Naturareale einer Entlastungsspange unterzuordnen, bereite Bauchschmerzen. Mit dieser Maßnahme würden Naturgesetze ausgehebelt, so die Vorsitzende. Unfassbar sei, dass die mit Fördergelder renaturierten Biotope nun den ehrgeizigen Plänen der Politik geopfert werden.

„Mensch und Natur blieben auf der Strecke“, so Pauli. Der ablehnende Bescheid zum Ratsbegehren war mit Kenntnis des Umweltinformationsgesetzes zu erwarten. Zur Entlastungsbrücke wurde eine Stellungnahme eingereicht.

Vorsitzende Pauli stellte klar, dass in der heutigen Zeit ein natur- und umweltkämpfender Verein bei Ämtern und Bürgern nur mit Wissen und Fakten überzeuge. Daher halte man Kontakt zu Gruppen wie zu „5 G Total Fatal“.

Bärbel Weidmann gab den Zusammenschluss seit 2019 aus 80 Bürgern mit Sitz in Bad Endorf, bekannt. 5G gelte als Zauberformel für das datenschnelle Internet, doch 260 Wissenschaftler warnen davor. Zur Technologie und zum Strahlenschutz müsse flächendeckend aufgeklärt werden, daher habe „5 G Total fatal“ 2500 Briefe an Stadtoberhäupter und Räte verteilt.

Elli Thalhammer
ist UVA-Delegierte

Ferner wurde Elli Thalhammer als UVA-Delegierte bestellt und beauftragt an Themen und Vorträgen teilzunehmen. Sie informierte unter anderem abschließend auch über den Kongress in Bayreuth und über die neuesten Erkenntnisse zur Gefährdung der Bevölkerung, Human Biomonitoring und Bedeutung der Trinkwasserbelastung mit dem Leiter des Gesundheitsamtes Altötting und namhaften Professoren.

Artikel 1 von 11