Leserforum

Einmann-Show statt Aussprache

von Redaktion

Leserbrief zum Artikel „Er hat allweil auf Prien geschaut“ im Lokalteil:

Eigentlich hatte ich Respekt vor Jürgen Seifert und seinen Leistungen. Seit der Bürgerversammlung gehe ich auf Distanz. Es war keine Bürgerversammlung mit der angekündigten Aussprache, sondern schlichtweg eine „One man“-Show, die perfekt so inszeniert war, dass die Aussprache ausfiel. Obwohl er sich zu Beginn ein Limit von eineinhalb Stunden setzte, brauchte er deutlich mehr als zwei Stunden.

Es war schon 22.30 Uhr als die Pause kam. Die Aussprache begann erst um 22.45 Uhr mit einer Wortmeldung, die vielleicht geplant war. Danach beendete Herr Seifert die Aussprache, weil er seine bereits bestellten Wiener Würstchen warm essen wollte. Er sprach auffallend langsam und befasste sich langatmig mit Nebensächlichkeiten, sodass selbst sein Assistent fast eingeschlafen wäre. Prompt kam der Weckruf! Inhaltlich gab es keine Neuigkeiten.

Das, was in den vergangenen zwölf Jahren gemacht wurde, ist hinlänglich bekannt, aus Presse, sonstigen Veröffentlichungen sowie eigener Anschauung. Merkwürdig war der Hinweis auf die Leserbriefe. Diese seien überflüssig und Stimmungsmache. Interessant war auch, dass man am späten Nachmittag den ursprünglich geplanten Ablauf geändert habe. Vielleicht gab es brisante Diskussionsthemen?

Die meisten Teilnehmer waren nach der Pause schon weg, die Verbliebenen waren, weil ermüdet, nicht mehr willens, sich um 22.45 Uhr an einer dann angebotenen Aussprache zu beteiligen. Es zeugt von Respektlosigkeit, dass die Aussprache faktisch verunmöglicht wurde. Nach solch einem Erlebnis, braucht man sich über die Ausbreitung der Politik-Verdrossenheit nicht zu wundern.

Wolfgang Spinler

Prien am Chiemsee

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