Unterwössen – „Workshop“ hatte der CSU-Ortsverband Wössen über seine Veranstaltung geschrieben, in der er mit Unterwössner Bürgern die Themen für das Dorf erarbeiten wollte. Rund 30 Teilnehmer waren dem Aufruf in den Wössner Gemeindesaal gefolgt. Bürgermeister Ludwig Entfellner empfand „den regen Besuch als eine Aussage für sich“.
Kurz stellten sich die Kandidaten des CSU-Ortsverbandes für die Kommunalwahl am 15. März vor. Der Bürgermeister stieg in das Thema ein. „Was ist Euch wichtig?“, solle die Frage über dem Abend sein. Zur Gliederung der Gespräche gab der Bürgermeister eine grobe Struktur vor. Er bat um Gedanken zu den Themen „Politik für Familien“, „Basisfaktoren“, „öffentliches Leben“ und „Eins mit der Natur“. In einer halben Stunde lebhafter Diskussion in Gruppen erarbeiteten die Teilnehmer Wünsche und Zukunftsvorstellungen.
In der Familienpolitik strebten die Bürger an, Schule, Mittagsbetreuung und Jugendtreff vor allem baulich auf einen modernen Stand zu bringen. Vor dem engen Wohnungsmarkt wünschten sich Teilnehmer die Beseitigung von Leerständen, die Begrenzung von Zweitwohnungen, tiefer gehende Informationen über neue Wohnformen und bezahlbare Wohnungen vor allem für Familien. Auch eine aktive Betreuung von Senioren und die Förderung von Kindern in sozial schwachen Familien lagen den Bürgern am Herzen. Sie wünschten sich zudem ein besseres Angebot der Erwachsenenbildung.
Der Wohnungsmarkt war auch Thema bei den Gedanken zu den Basisfaktoren. „Faktoren, die Bürger auf den ersten Blick als selbstverständlich ansehen, die es aber nicht sind“, wie Ludwig Entfellner das Thema beschrieb. Ein verbesserter Hochwasserschutz stand da an erster Stelle. Die Wasserversorgung zum Beispiel durch Sicherung von Wasserrechten, die ärztliche und Lebensmittelversorgung wünschten sich viele vorausschauend gesichert. Den Ausbau der Breitbandanschlüsse und des Mobilfunknetzes erhofften sich einige. Des Weiteren standen ein besserer öffentlicher Personennahverkehr, Fußgängerüberquerungen auf der B 305, Tempobegrenzungen und Radwege auf der Liste der Teilnehmer. Ein öffentliches WC im Ort hielten andere für eine gute Idee.
Unter dem Begriff „öffentliches Leben“ erhofften die Teilnehmer, dass der Wössner See auch zukünftig der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung steht, sein Angebot vielleicht sogar attraktiver wird. Sie sprachen sich aus, den Balsberglift und Unterwössner Traditionsveranstaltungen zu erhalten. Die Vereine sollten ihre Zusammenarbeit verbessern. Des Weiteren wurde ein größeres Angebot an Gastronomie im Ort gefordert. Weitere Vorschläge waren die Förderung von Flugsport und mehr Parkplätze an den Loipen. „Eins mit der Natur“, ist die Überschrift über verschiedenen Leitsätzen, die die Fachleute rund um den Achental-Tourismus entwickelt haben. Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit, Landschaftsschutz, nachhaltiger Tourismus, sehen sie unter diesem Slogan. Am Ende fanden sich auf der Pinwand die Idee, die Lücke im Wander- und Radweg des Achendamms zwischen Raitner Brücke und Flugplatz zu schließen. Auch der Fuß- und Radweg am nördlichen Ortsausgang soll Richtung Marquartstein ausgebaut werden. Ein attraktiver Winterwanderweg und die Erweiterung des Loipennetzes standen auf der Wunschliste. Mit Grund und Boden solle sparsam umgegangen werden, die Konflikte zwischen Wanderern und Bikern gelöst werden. Eine Idee zielt darauf ab, die Tagestouristen zu Kurzurlaubern umzuwandeln. Die besondere Kulturlandschaft im Tal und auf den Almen zu pflegen, sei Zukunftsaufgabe. Mit Ziel auf den sanften Tourismus sollten Großveranstaltungen in freier Natur verschwinden.
Der Bürgermeister sagte zu, sich der Themen anzunehmen, warnte aber: „Gemeindepolitik braucht immer Geduld“. Der Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes, Johannes Weber, sah den Abend positiv. „Da wird etwas Gutes herauskommen.“