Prien – „Links, links, rechts, rechts und amoi umananda drahn“ – Gesang und Choreopgraphie gleichzeitig: Das war für den 100-köpfigen bunt zusammengewürfelten Chor gestern Abend auf dem Marktplatz ein Leichtes. Es sang auch nicht irgendein Chor. Es sangen die Leser der Heimatzeitung unter der Anleitung von Volksmusikarchivleiter Ernst Schusser an der Ziach uns seiner Kollegin Claudia Harlacher auf der Gitarre.
Aktion seit
17 Jahren sehr beliebt
„Weihnachtslieder selber singen“ heißt die Aktion der Chiemgau-Zeitung mit dem Volksmusikarchiv Oberbayern, die 2002 mit einer Zeitungsumfrage nach den beliebtesten Weihnachtsliedern begann. „2003 fand die erste Gesangsveranstaltung statt, die sich inzwischen durch ganz Oberbayern zieht“, erklärte Schusser eingangs auf dem Priener Martkplatz.
Motto: Freude vor dem richtigen Ton
Die über 100 Sangeswilligen (unter ihnen auch Bürgermeister Jürgen Seifert) stimmten zum Einstiee traditionell „Alle Jahre wieder“ an, gefolgt von „Zu Bethlehem geboren“ und „Maria Josef und das Kind“. Bei „Gott Grüaß euch Leidl“ wurde durch rhythmische Kniebewegungen der Besucher das Lied ebenfalls choreografisch angereichert. „Gemeinsam singen trägt zur Toleranz bei, weil der Nachbar vielleicht etwas anderes singt“, scherzte Schusser und betonte einmal mehr das Credo der Aktion: „Nicht richtig singen, sondern mit Freude“.
Eine handvoll Sänger sind seit der Geburtsstunde 2003 von „Weihnachtslieder selber singens“ in Prien immer dabei. Der Termin ist für sie jedes Jahr nahezu Pflicht. „Wiederholungstäter“ sind die meisten, aber auch über neue Sänger samt ihren Kindern freuten sich alle an der Aktion beteiligten. Viele Leser bringen zudem schon ihre eigenen Liedhefte. Manchmal klingt es dann wie im Fußballstadion, wenn Schusser ruft: „Kling Glöckchen klingelingeling auf Seite …? Der Chor antwortet: „Zehn“. Schusser: „Danke“. Chor: „Bitte“.
Dass genau dann, wenn gesanglich das Glöckchen klingelt, auch die Kirchenglocken der Priener Pfarrkirche läuten, bereitete einen zusätzlich festlichen Rahmen vor der Christkindlmarktbühne. „Still, still, still“ und „O Tannenbaum“ stimmten abschließend auf das Weihnachtsfest ein. So manch einer der „Chormitglieder“ ging summend nach Hause.