Entschleunigung durch Freude am Gesang

von Redaktion

Aktion „Klingende Adventskerzen“ der Priener Kantorei – Zudem Mitgliederwerbung

Prien – Gemeinsam klingen – das ist der Wunsch von Sieglinde Zehetbauer. Die Leiterin der Priener Kantorei hat sich für die Adventszeit mit ihren Sängern ein besonderes Projekt einfallen lassen. Am morgigen Mittwoch und am 18. Dezember können Sangesfreudige einfach bei den Proben im evangelischen Gemeindezentrum, Kirchenweg 13, vorbeikommen und zusammen mit dem Chor singen.

Die Aktion heißt „klingende Adventskerzen“ und richtet sich an jedermann, der gerne singt. „Singt und lernt mit uns bei Plätzchen und Punsch Lieder fürs Singen unterm Baum, von klassischen Werken über Gospel, Taizé, Filmmusik und Kanons“, ruft Zehetbauer auf. Sie leitet seit mittlerweile einem Jahr die Kantorei und hat den Chefposten von Hermann Probst übernommen.

Mitgliederwerbung
der besonderen Art

Die Idee hinter Zehetbauers Adventsaktion: Diese soll in der stressigen Vorweihnachtszeit entschleunigen, Freude am Gesang verbreiten und hat auch einen ganz praktischen Grund: Mitgliederwerbung für die Kantorei. Denn der Altersdurchschnitt des Chores ist hoch, Nachwuchssänger oder Männer im Chor sind Mangelware sowie dauerhafte personelle Verstärkung mit Chorerfahrung schwer zu bekommen. „Jeder ist willkommen, der einen Ton nachsingen kann. Notenlesen ist gar nicht vorrangig erforderlich. Gesangserfahrung wäre klasse“, so die Chorleiterin. Die Konfession spielt ebenfalls für den Chor keine Bedeutung.

Jeder, der gerne singt, müsse nur den Mut haben, vorbeizukommen. Sei es für die Adventsaktion oder aber auch für einen längerfristigen Beitritt zur Kantorei. Vom bisherigen Zuspruch der Adventssingstunde und der Passion der Gastsänger ist Zehetbauer bisher begeistert. „Eine Dame war vom Gesang und Klang regelrecht überwältigt und musste sich setzen“, so die Chorleiterin. Gemeinsam wolle man zudem am 22. Dezember in der Kirche beim Gottesdienst auftreten und das Erlernte an den Mittwochabenden der Adventsaktion darbieten. Dazu gehört unter anderem das Stück „Sternhöhe Bethlehem, zeig uns den Weg“.

Das erste Halbjahr unter Zehetbauers Ägide stand generell im Zeichen des Zusammenwachsens des Chors – zusätzlich zum Chortag einmal pro Jahr. „Besonders überrascht hat mich, wie viel Talent und Stimme in uns allen steckt“, so Zehetbauer. Die Sopranistin gibt dabei ihre Erfahrung als professionelle Stimmbildnerin an die Mitsänger weiter, die extra dafür von weit her kommen, oder in mehreren Chören singen. „Wie wir die Töne rauf und runter sausen lassen nach nur einem Jahr, zeigt Erfolge und erfreut mich und den Anspruch, den wir als Chor haben, sehr“, betont die Leiterin.

Hauptsächlich stehen klassische Werke auf dem Programm, aber auch Gospels und moderne Beiträge liegen der Leiterin gleichermaßen am Herzen. Ziel der Chorproben: „Wir entspannen uns vom Alltagsstress bei meditativen Liedern aus Taizé, singen bekannte Songs aus Film und Spirituals, wie das Lied ,Gabriellas Song‘ aus dem Film ,Wie im Himmel‘. Genießen Volkslieder wie ,Der Mond ist aufgegangen‘ und trainieren unser Gedächtnis mit auswendig gesungenen, schwungvollen Kanons“, erläutert Zehetbauer. So werden auch drei- bis viermal Kantaten in den Gottesdiensten dargeboten.

Ein Großprojekt in Kooperation mit dem Aisinger Chor, den sie selbst auch leitet, hat Zehetbauer für 2020. Sie will die „Misa criolla“ von Ariel Ramirez aufführen. Die Konzerte sind dann am 15. November 2020 aus Platzgründen in der Rimstinger Kirche sowie am 21. November dann in der Erlöserkirche in Rosenheim.

Das ist nicht die einzige Idee, die die Chorleiterin hat, um auf „ihre Truppe“ Aufmerksam zu machen. So denkt sie über einen Flashmob (spontane Singaktion an öffentlichen Plätzen) beispielsweise nach. Sieglinde Zehetbauer wurde im Mozarteum Salzburg als Kirchen-musikerin, Opern-, Oratorien- und Liedsängerin ausgebildet und ist als selbige auf der Bühne und als Dirigentin im Orchestergraben tätig.

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