Magische Wanderung mit Volksmusik

von Redaktion

Erst schweigend durch den Winterwald, dann besinnliches Beisammensein

Ruhpolding – Eine stattliche Schar wanderfreudiger Volksmusikliebhaber machte sich auch heuer wieder auf den „b‘sonderen Weg“ in die Schwarzachenalm, um den feinen Darbietungen der Mitwirkenden im ehemaligen Stall des Zellerbauernkasers zu lauschen. Bevor sie allerdings ihre Plätze im ehemaligen Stall des Zellerbauernkasers einnehmen konnten, ging es in einem einstündigen Fußmarsch durch den dunklen Winterwald, über dessen Wipfel diesmal die fast volle Mondscheibe ihr milchiges Licht spendete.

Einsame Wanderung am Sonntagshorn

Die einzigartige Kombination, die meist schweigend verlaufende Wanderung mit dem anschließenden Hoagascht zu verbinden, hat auch im siebten Jahr ihres Bestehens nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Herbert Ringsgwandl, Leiter der Tourist-Info und zugleich mit der Familie Ringsgwandl Organisator der Veranstaltung, begrüßte an der Rauschberger-Vereinshütte die mit Laternen ausgerüsteten Wanderer und führte die Gruppe in die einsame Gegend am Fuße des Sonntagshorns; vorbei an raffiniert angestrahlten Bäumen auf beiden Seiten des Wegs, deren Geäst dadurch wie magisch anmutende Kunstwerke der Natur aufleuchteten. „Für mich ist der Weg wie eine persönliche Herbergssuche, es ist einfach zauberhaft“, schwärmte eine Traunsteinerin, die damit ihre tiefgehenden Eindrücke beschrieb.

Dieses In-sich-Gehen setzte sich dann in musikalischer Form im geschmückten Stall nahtlos fort. Dafür sorgten Gabi Reiserer (Gitarre) und Hans Wiesholzer (Akkordeon) in feinfühligem Zusammenspiel, so wie man es von dem kongenialen Duo seit Langem gewohnt ist, Elisabeth Mader (vormals Anfang), die es in bestechender Weise vermag, ihrer Tiroler Harfe die ganze Klangfülle zu entlocken sowie das Flügelhorn-Duo Regina und Bernhard Koch, das den Kontrapunkt zu den leiseren Tönen lieferte. Das Paar aus Inzell war zum ersten Mal dabei. Das gebotene Repertoire war gefüllt mit eingängigen Melodien, sei es mit „Es wird ein Stern aufgehen“ oder „Nun es nahen sich die Stunden“, die sich mit weniger bekannten Stückln abwechselten, wie beispielsweise der mystisch klingenden „Rottauer Rauhnacht“, die sich der Wiesholzer Hans vor langer Zeit einmal einfallen hat lassen.

Mit der Bass-Stimme in den Bann gezogen

Zwischendurch streute Heine Albrecht nachdenkliche Texte aus eigener Feder, die rund um die Winterzeit, um Aberglaube, übersteigertes Konsumdenken und vieles mehr kreisten. Endgültig in seinen Bann zog er das Publikum mit geschulter Bass-Stimme, als er die Lieder „Is finsta draußd“, „Der Engel des Herrn aus Gottes Macht“ und „Langsam kimmt d’Nacht daher“ intonierte, wo die Textstelle „…dass wieder Liacht und Tag aufkomma mag“ sinnbildlich Jesus als das Licht der Welt bezeichnet wird. Als der gemeinsam angestimmte Sterzinger Andachtsjodler verklungen war, ging für alle ein ganz b’sonderer Weg zu Ende.

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