Prien – Das verflixte siebte Jahr – könnte man meinen. Denn solange besteht der Waldkindergarten im Priener Eichental schon. Er ist eine Erfolgsgeschichte. Bis dato stand er unter der Trägerschaft der Elterninitiative Naturspielkinder. Ab 1. Januar übernimmt die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Kreis Rosenheim. Bürokratie, Verwaltungsauflagen und immer schwieriger zu findende Vorstandschaften haben zum Wechsel geführt. „Wir wollten unseren Waldkindergarten auf Dauer sichern und in guten und professionellen Händen wissen“, so Isabelle Dangl, Vorsitzende der Elterninitiative „Naturspielkinder“. Diese stellte als Verein die Rechtsform für eine finanzielle und rechtliche Basis dar und ist als gemeinnützig anerkannt.
Fachwissen und Pädagogik passen
zur Einrichtung
Im Herbst 2018 fiel dazu die Entscheidung fünf potenzielle Träger, die die Philosophie der Einrichtung weiterführen würden, wurden kontaktiert. „Vier von fünf der Bewerber wollten uns. Mit der AWO hat alles hinsichtlich Pädagogik und Fachwissen am besten gepasst“, erklärt Dangl. Man habe mit dem AWO-Kreisverband Rosenheim nun einen Träger gefunden, der nicht besser sein könnte. Die Trägerschaft des Waldkindergarten Prien wechselt jetzt zum 1. Januar 2020 zum AWO Kreisverband Rosenheim.
Am 20. Dezember um 16.30 Uhr verabschiedet sich die aktuelle Vorstandschaft von dem pädagogischen Team und den Eltern mit einem Lagerfeuer-Fest. Der offizielle Start unter der AWO-Trägerschaft wird dann eher leise und zunächst auf verwaltungstechnischer Ebene ablaufen. Vor Ort wird sich für die Buben und Mädchen sowie deren Eltern nicht viel ändern. Außer im Frühjahr ein Schild auf dem der neue Träger sichtbar wird. „Wir wollen die Einrichtung erst einmal vernünftig weiterbetreiben und die Abläufe transparent gestalten“, so Anton Reiserer (AWO-Geschäftsleitung). Mit Blick auf das eingespielte Betreuerteam vor Ort betonte er, dass im Rahmen des Betriebsübergangs alle Mitarbeiter übernommen würden. 25 Drei- bis Sechsjährige – also eine Gruppe – umfasst dann auch künftig die Einrichtung. Reiserer zeigt sich zudem vom Standort, „dem Eichental-Park“ begeistert und setzt auf weiterhin gute Zusammenarbeit mit der Kommune sowie den Eltern.
Für die AWO ist es in Stadt und Landkreis Rosenheim die 21 Kindergarten-Einrichtung, die sie übernimmt. Reiserer: Wir nehmen Wald- und Naturkindergärten als breite Bewegung war und wissen, dass viele Eltern dieses Angebot gerne nutzen.“ Die Institution ist in punkt Krippen, Kindergarten, Hort und Schulbetreuung breit aufgestellt und verfügt entsprechend über fachliche Kompetenz. Erst Anfang September hat die AWO einen Waldkindergarten in Rosenheim eröffnet.
Der Waldkindergarten wird auf einem gepachteten Gelände der Prien Marketing GmbH im Eichental betrieben. Die Idee des Waldkindergartens im Eichental hatte 2011 Heidi Schlosser. Das verwahrloste Gelände des ehemaligen Minigolfplatzes im Eichental schien ihr als Abenteuerplatz für Kinder geeignet. Zusammen mit Krissi Dams wird aus der Vision mehr und mehr Realität. Aus der Privatinitiative wurde ein Trägerverein und im Frühjahr 2013 geht es nach zahlreichen bürokratischen Abwicklungen ins Genehmigungsverfahren. Der Waldkindergarten ist eingruppig und nimmt bis zu 25 Kinder auf.