Andrea Dorsch
Realschuldirektorin
Schüler und Technik. Wie gehört das für Sie im Unterricht zusammen?
Die Technik ist ein Aspekt der Allgemeinbildung, die uns durch eine weiterführende Schule vermittelt werden soll. Sie hat denselben Stellenwert wie Sprachen, Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften.
Gleichzeitig ist Technik ein Werkzeug im Unterricht, wie es einst der Overhead war. Heute bedienen wir uns vielerlei neuer Techniken: darunter die Whiteboards mit der ständigen Verfügbarkeit von Online-Informationen, Lehrfilmen sowie Tutorials, die Dokumentenkamera und eben jetzt auch das iPad für die Schülerinnen und Schüler.
Sehen Sie Schwierigkeiten, dass die Schüler an den Tablets und Co. fitter sind als so mancher Lehrer – oder ist das gerade eine gute Symbiose?
Die Lehrer werden den Schülern beibringen, was man außerhalb ihrer bisher bekannten Lebenswelt noch mit einem Tablet anfangen kann: nämlich lernen und sich informieren. Die Schüler wirken versiert, müssen aber viele nützliche Facetten der Geräte erst noch kennenlernen. Da haben wir als Pädagogen und Didaktiker eindeutig einen Vorsprung!
Sind die Tablets nur für bestimmte Dinge freigeschaltet oder setzt man auf den vernünftigen Einsatz?
Grundsätzlich sind Schüler, egal mit welchem Endgerät sie vom Schulhaus aus ins Internet gehen, mit einem Filter vor gewaltverherrlichenden Inhalten, radikalisierenden Inhalten und vor Pornografie geschützt. Das erledigt für uns ein URL-Filter, der immer aktualisiert an der Schnittstelle zwischen Schule und www läuft. Die Tablets sind vor allen Dingen mit Lernsoftware ausgestattet. Kommunikation bleibt live: Social Media läuft darauf nicht.
Als Vorzeigeschule und ausgestattet mit diesem Prestigeprojekt stehen Sie auch im Fokus. Druck oder Ansporn und Freude?
Eindeutig Freude!
Inwieweit und in welchen Fächern werden die Neuerungen besonders eingebunden?
Wir stehen noch ganz am Anfang, wir sehen in fast allen Fächern Potenzial, aber für ein „am meisten“ und „besonders“ oder gar „ungeeignet“ ist es heute zu früh. Festlegen wäre in diesem frühen Stadium auch nicht das Richtige.
Interview: Silvia Mischi