Reit im Winkl – Reges Interesse fand die Auftaktveranstaltung der Gemeinde Reit im Winkl für die Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts, kurz ISEK, im Festsaal. Ziel der Veranstaltung war es, über den Ablauf und Inhalt des Projekts zu informieren und erste Ideen aus der Bürgerschaft zu sammeln. Viele Anregungen und Ideen dafür gab es dazu aus einer „Bürgerwerkstatt“.
Bei Besichtigungen Stärken und Schwächen analysiert
Bürgermeister Josef Heigenhauser zeigte sich erfreut über den guten Besuch und berichtete, dass die Gemeinde das Büro „Schirmer Architekten+Stadtplaner GmbH“ aus Würzburg mit der Erstellung des Entwicklungskonzepts beauftragt habe. Mit dessen Leiter, Professor Martin Schirmer habe der Gemeinderat in den vergangenen Wochen mehrfach Besichtigungen im Gemeindegebiet unternommen und dabei Stärken und Schwächen analysiert.
Auf der Grundlage einer fundierten Bestandserfassung und Analyse würden konkrete, maßnahmenbezogene Handlungsempfehlungen für den Ortskern formuliert. Das ISEK-Ergebnis sei dann ein Handlungsleitfaden für die nächsten zehn bis 15 Jahre, der Voraussetzung beziehungsweise Grundlage für die Förderung von Maßnahmen im Ortskern bilde. Ziel sei es, die Gemeinde als Wohn-, Lebens-, Tourismus- und Wirtschaftsstandort zukünftig zu stärken. „Wir setzen heute das Projekt auf die Schiene, bei dem wir das Maximum aus dem Ort herausholen wollen“, sagte Professor Martin Schirmer, der zusammen mit Dr. Rafael Stegen vom kooperierenden Büro Salm und Stegen für Auskünfte an diesem Abend zur Verfügung stand. Grundlage müsse eine Stärke-Schwächen-Analyse sein. Festzustellen sei, dass Reit im Winkl ein Ort mit Geschichte, Tradition und Kultur ist. Es gebe ortsbildprägende Bauten, darunter auch Schmuckstücke wie zum Beispiel die Pfarrkirche. Dazu komme eine „traumhaft schöne Landschaft mit noch grasenden Kühen auf der Weide“.
Bei der Bürgerwerkstatt erarbeiteten die Besucher an fünf Stationen mit Möglichkeiten zum Durchwechseln Angaben zu den Themen „Ortsbild, Wohnen und Wohnumfeldqualität“, „Versorgung, Soziales und Kultur“, „Einzelhandel, Gewerbe, Tourismus“, „Verkehr und Mobilität“ und „Die Ortsteile“, untergliedert jeweils in die Spalten „Das gefällt uns“, „Hier sehen wir Handlungsbedarf“ und „Erste Ideen zur Lösung der Probleme“. An einem weiteren Tisch konnte jeder Besucher auf einem Ortsbild Fähnchen setzen, wo es ihm in Reit im Winkl gefällt und wo weniger gut.
Erste Einblicke bekamen die Besucher, als die fünf Protokollführer, die Gemeinderäte Andreas Mühlberger, Dr. Sabine Wörnle, Max Weiß, Andreas Heigenhauser und Lorenz Höflinger die Ergebnisse präsentierten. Anhand der dabei erfolgten vielen fundierten Analysen und Anregungen kann zusammengefasst werden, dass den Reit im Winklern die Zukunft des Ortes sehr am Herzen liegt.
Professor Schirmer, der im Übrigen den großen Anteil von jungen Leuten unter den Besuchern lobend erwähnte, klärte darüber auf, dass das Ergebnis des Abends auch noch im Internet zu erfahren sei. Unter dem Online-Bürgerbeteiligungstool „Mypinion“ könne auch jeder Bürger seine Meinung zu den Qualitäten und Defiziten der Gemeinde sichtbar machen. Jeder sei dazu eingeladen, seine Ideen unter www.mypinion-reitimwinkl.de einzubringen. Das weitere Vorgehen im ISEK beschrieb Schirmer so: „Wir werden jetzt Ziele formulieren, Fachgespräche führen und die Projekte definieren.“