Marquartstein – Bei der gut besuchten Bürgerversammlung im Prinzregentensaal ging Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) ausführlich auf die anstehenden Projekte, wie den Ausbau der Ortsdurchfahrt B305, das Entwicklungskonzept „Am Sportplatz“, die weitere Nutzung des Streunthaler Hofes und den Ausbau der B307 in Richtung Schleching ein. Aus den Erläuterungen der Zahlen und statistischen Werten der Gemeinde konnten die Bürger erfahren, dass die Pro-Kopf-Verschuldung bei 4,44 Euro liegt und die Rücklagen bei über 4,2 Millionen Euro.
Radverkehr mehr in
den Fokus rücken
Die Aufwertung der Auerbräuwiese zu einem zentralen Veranstaltungsort wäre ein Projekt der Städtebauförderung gewesen. Die veranschlagten Kosten der Ausschreibungen zur Realisierung der Küche sowie den weiteren Einrichtungen und Maßnahmen seien hoch gewesen. Daraufhin habe der Gemeinderat das Projekt auf Eis gelegt. Die Thematik wird laut Scheck im Herbst, nach dem Fest zum 100-jährigen Bestehen des Trachtenvereins, vom Gemeinderat wieder in Angriff genommen. Die vorgeschlagenen Varianten für den Ausbau der B307 hätten im Gemeinderat keinen Gefallen gefunden. Der Rat wolle nach wie vor einen mehr bestandbezogenen Ausbau, was jedoch laut Straßenbauamt den einzuhaltenden Kurvenradien entgegen spreche. Beim Radweg werde man beim Flächenbedarf gewisse Kompromisse eingehen müssen, wenn der Radverkehr mehr in den Vordergrund rücken solle. Nach jetzigen Informationen werde es nach weiteren Untersuchungen im Herbst 2020 einen neuen Vorschlag seitens des Straßenbauamtes geben.
2015 habe das Straßenbauamt die Gemeinde informiert, dass die Ortsdurchfahrt B305 ausgebaut werden solle, so Scheck. Die Gemeinde sei beim Ausbau nur ein Beteiligter. Im Grunde sei angedacht gewesen, den Ausbau 2019 zu machen. Doch habe es in der Folge eines Eigentümerwechsels beim Schrobenhauser Areal die Möglichkeit gegeben, diesen Bereich auch in die Überplanung zur Entwicklung des Ortszentrums mit einzubeziehen.
So wurde die Maßnahme verschoben und die Sanierungs- und Ausbauarbeiten sollen nun in drei Bauabschnitten im Sommer begonnen werden.
Die Zahlen zum Haushalt 2020 wurden unter Vorbehalt der geplanten Summen vorgestellt. So wird der Gesamthaushalt ein Volumen von knapp 7,8 Millionen Euro haben, wobei auf den Vermögenshaushalt 900000 Euro fallen werden. Obwohl der Hebesatz der Kreisumlage etwas gesenkt worden sei, werde der Betrag, den die Gemeinde entrichten müsse, durch die Finanzkraft der Gemeinde leicht ansteigen und rund 1,72 Millionen Euro betragen, so der Bürgermeister.
Die Gemeinde sei von der Hausbank informiert worden, dass sie für die Rücklagen eine Verwahrungsgebühr erheben werde. Da zeige sich nun, dass die Strategie der Gemeinde, die Rücklagen durch Grundstück- und Immobilienkäufe zu verringern, aufgegangen sei. Die Einwohnerzahl ging um zwölf Prozent auf 3587 leicht zurück. Bei der Feuerwehr Marquartstein habe sich die Mitgliedersituation bei den Aktiven nicht verbessert. Die Ausrückstärke am Tag sei nur schwierig zu erreichen.
Nach zwei Eintritten betrage die Stärke nun 37 aktive Feuerwehrleute und die Jugendfeuerwehr kann nach fünf Beitritte 18 Mitglieder verzeichnen. Scheck hoffe, dass aus der Jugendfeuerwehr viele in die aktive Mannschaft wechseln würden. Durch die Zusammenlegung der Tourismusbüros im Achental sei die Qualität und Professionalität in der Touristinfo gestiegen.
Streunthaler Hof wird
touristisch genutzt
2018 habe der Gemeinderat festgelegt, dass es für den Streunthaler Hof eine touristische Nutzung unter Berücksichtigung der besonderen Begebenheiten und Lage geben solle. Die Hangbereiche würden wegen des hohen Stellenwerts für den Wasserhaushalt in der Hand der Gemeinde bleiben. Das Unternehmen Startup Alm, das Seminare für Firmen ausrichtet, soll die Nutzung umsetzen. Aktuell wird die Erschließung geklärt.
Beim Entwicklungskonzept „Am Sportplatz“ in Freiweidach habe Scheck Verständnis für die Frage, warum auf der grünen Wiese so große Gebäude entstehen sollten. Grund dafür sei, dass durch den Geschossbau der Grad der Versiegelung gering gehalten wird und durch die einkommensbezogene Förderung günstiger Wohnraum entstehen könne. Das sei mit einem Geschossbau auf dieser Fläche zu realisieren. Weiter gehöre es auch zur Aufgabe der Kommunen, Wohnraum zu schaffen, was mit dem Maro-Projekt umgesetzt werden könnte. Zusätzlich steige in den Altersgruppen ab 60 Jahren der Wille zu einem Umzug in eine kleinere Wohnung.