Traunstein – „Wir wollen die Entscheidung über unsere Zukunft nicht anderen überlassen und unsere Heimat selbst aktiv mitgestalten.“ Mit diesen Worten umriss Florian Kick als Vorsitzender die Motivation zur Gründung der Jungen Liste Traunstein. Bei der Aufstellungsversammlung im Studio 16 in Traunstein erklärte der 29-Jährige voller Stolz, dass man nicht weniger als 70 Kandidaten aus 23 Städten und Gemeinden für die Kreistagsliste zusammenbekommen habe. „Die Berufe zeigen einen repräsentativen Querschnitt durch die ganze Gesellschaft.“ Das Durchschnittsalter der Bewerber liege bei etwas über 26 Jahren. Mehr als ein Drittel seien Frauen.
Gruppe bringt große Eigendynamik mit
JU-Kreisvorsitzender Konrad Bauer, der an diesem Abend als Wahlleiter fungierte, machte deutlich, dass die Initialzündung für die neue Wählervereini-gung zwar 2018 im Rahmen einer JU-Kreisvorstandssitzung erfolgt sei. Da man aber die inhaltliche Arbeit in den Fokus gestellt habe und politisch nicht festgelegt sei, habe die Gruppe eine große Eigendynamik entwickelt. Zusammen mit der Union und der Bayernpartei unterstütze die Junge Liste Traunstein Amtsinhaber Siegfried Walch als Landratskandidat, da dieser mit seiner Politik „auch wichtige Anliegen junger Leute unterstützt“.
Vor den mehr als 50 Zuhörern, darunter auch Alt-landrat Hermann Steinmaßl sowie die Bürgermeistern Martin Lackner aus Engelsberg und Stefan Bierschneider aus Altenmarkt, umriss Walch in ei-ner Impulsrede, inwiefern die Landkreispolitik auf Zukunftssicherung und Nachhaltigkeit setze. Ein zentraler Baustein für die Zukunft sei die Bildung. Seit 2014 habe der Landkreis rund 75 Millionen Eu-ro in Ausbau und Sanierung der Schulen gesteckt. Im Haushalt 2020 wolle man 20 Millionen Euro in Schulen und Bildung investieren. Bundesweite Vorbildfunktion komme dem Campus Chiemgau in Traunstein zu, der zukunftsgerichtete berufliche und akademische Bildung an einem Ort vereint. Dafür werde zusammen mit anderen Partnern ein dreistelliger Millionenbetrag investiert.
Bereits in diesem Jahr habe man das für 2020 anvi-sierte Ziel erreicht, so der Landrat, die Stromversorgung der Privathaushalte zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen zu sichern. Bereits zu 80 Prozent sei in den letzten Jahren durch entsprechende Maßnahmen der CO2-Ausstoß der landskreiseigenen Gebäude gesenkt worden. Bis 2025 wolle man 100 Prozent erreichen. Durch die Verringerung des Schuldenstands im Landkreis von 71 auf 38 Millionen Euro habe man sowohl die Kreisumlage für die Kommunen senken können wie auch eine Million Euro an Zinszahlungen für sinnvollere Ausgaben eingespart.
Deutliche Zeichen
sind gesetzt
Nach der Einstellungen eines eigenen Verkehrspla-ners, ergänzte Walch, will der Landkreis auch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nach Maßgaben eines modernen Mobilitätskonzeptes komplett überarbeiten. Dabei gehe es auch um die verstärkte Nutzung digitaler Plattformen. Da junge Leute die stärkste Nutzergruppe des ÖPNV sind, habe der Kreistag mit einem bezuschussten Zwei-Euro-Monatsticket für Schüler, Studenten und Auszubildende bereits ab 1. Januar 2020 ein deutliches Zeichen gesetzt. Auch das Thema Wohnraum brenne nicht nur jungen Leuten unter den Nägeln. Hier will der Landkreis mit Investitionen von 33 Millionen Euro ein Zeichen setzen.
Noch 430 Unterschriften nötig
Walch drückte seine große Freude darüber aus, „dass sich junge Leute aktiv engagieren wollen, dieser Impuls tut der Kreispolitik sehr gut“. Florian Kick wies nach der Wahl der Kreistagskandidaten darauf hin, dass für die Zulassung als Wählergruppe zur Kreistagswahl noch 430 Unterschriften von Unterstützern aus der Bevölkerung in den Rathäusern notwendig seien. Listenkandidat Christoph Treiner aus Inzell erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, auch nach der Wahl wolle die Junge Liste durch Versammlungen „das breite Know-how unserer Mitglie-der als innovativen Ideenpool für die politische Mit-Gestaltung nutzen“.