Vachendorf/Grabenstätt /Chieming – Ein endgültiger Beschluss zur Ultrafiltration am Pumphaus in Mühlen mit Erweiterungsmöglichkeit ist in der jüngsten Versammlung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Mühlener Gruppe gefasst worden. Diplom-Ingenieur Matthias Gerold vom Ingenieurbüro Dippold & Gerold hatte den Verbandsräten zuvor die ausgearbeitete Machbarkeitsstudie vorgestellt. Für ihn steht nach Abwägung aller Möglichkeiten fest, dass es zur kostspieligen Ultrafiltrationsanlage „keine vernünftige Alternative“ gebe.
Brunnen wurde
vom Netz genommen
Für diese muss indes ein eigenes Gebäude errichtet werden. Nach dem Willen der Verbandsräte soll die Fertigstellung der Ultrafiltration am Pumphaus bis 2021 unter der Federführung des Ingenieurbüros Dippold & Gerold erfolgen.
Zur Erinnerung: Im Juni 2017 hat man im Brunnen Mühlen eine Verunreinigung des Trinkwassers mit Bakterien festgestellt. Er wurde damals umgehend vom Netz genommen und für die Quelle im Hauptpumpwerk in Mühlen entschied man, eine UV-Anlage anzuschaffen. Sie ist seit August 2017 in Betrieb. Um den Brunnen wieder aktivieren zu können, benötigt man nach den Vorgaben des Gesundheitsamtes die Ultrafiltrationsanlage, mit der man im Ernstfall Bakterien und Trübstoffe im Trinkwasser effektiv abfiltern könnte. Die regelmäßigen Wasserproben würden zeigen, dass mit dem Trinkwasser längst wieder alles in Ordnung sei, „selbst am Brunnen Mühlen“, so Geschäftsführer Hans Getzreiter auf Nachfrage. Die im Zuge der Vorkommnisse installierte UV-Anlage, die das Trinkwasser an der Quelle desinfiziert, werde auch nach der Inbetriebnahme der Ultrafiltrationsanlage weiterarbeiten. Seit den Vorkommnissen bezieht der Zweckverband das Trinkwasser bekanntlich nur noch von der Quelle in Mühlen und dem Brunnen Tüttensee. Aus Sicht von Getzreiter wäre es aber wichtig, in Zukunft wieder auf drei Standbeinen zu stehen.
Verbandsvorsitzender Bernhard Hennes und Geschäftsführer Getzreiter informierten noch über das laufende Verfahren zur Erweiterung des Wasserschutzgebietes in Mühlen. Der Entwurf zur Wasserschutzgebietsverordnung sei soweit fertig und nun stehe die Beteiligung der Fachstellen und Träger öffentlicher Belange an. Bis es aber zur Ausweisung des Wasserschutzgebietes komme, dürfte es noch etwas dauern, hieß es. Der Antrag war schon vor einigen Jahren eingereicht worden. Vor dem Hintergrund der anstehenden Großinvestition wurde noch eine Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserabgabesatzung der Mühlener Gruppe vorgenommen. Einstimmig beschloss man, die Herstellungsbeitragssätze pro Quadratmeter Grundstücksfläche auf 1,24 Euro und pro Quadratmeter Geschossfläche auf 6,79 Euro anzupassen. Diese Anhebung der Herstellungsbeitragssätze sei in Ordnung, wenn man bedenke, „dass die bestehenden Beitragssätze schon viele Jahre unverändert waren“, so Getzreiter auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Verbrauchsgebühr bleibt unverändert bei 1,19 Euro netto pro Kubikmeter Wasser. Im Vorjahr war sie um 30 Cent angehoben worden. Einstimmig erließ man die Haushaltssatzung und stellte den Haushaltsplan für 2020 auf. Für den ausgeschiedenen Vachendorfer Gemeinderat Hubert Gutsjahr wurde Markus Bierl als Stellvertreter für den Verbandsausschuss nachgewählt. Bergens Bürgermeister Stefan Schneider informierte über die Keimbelastung im Bergener Ortsteil Enthal West.
Leitungen stehen
im Baugebiet fest
Verantwortlich dafür sei ein technischer Defekt im Hochbehälter. Getzreiter erinnerte noch an die heuer neu gebaute vierte Pumpe im Pumphaus und den dort neu installierten Druckkessel. Zudem seien im Bereich des neuen Geh- und Radweges an der Kreisstraße TS 54 in Erlstätt die Wasserleitungen erneuert worden und auch im Baugebiet „Am Alpenblick“ in Bergen bei Erlstätt sei „von der Wasserseite her alles erschlossen“, so Getzreiter. Die geförderte Wassermenge betrug 294000 Kubikmeter und der Wasserverlust lag bei 6,19 Prozent. Circa 4500 Einwohner wurden insgesamt versorgt.