Bernau – Auf der jüngsten Bernauer Gemeinderatssitzung informierte Martin Büscher vom gleichnamigen Architekturbüro aus München über den aktuellen Stand des Bauleitplanverfahrens Gut Hitzelsberg. Die Bauten auf dem 16 Hektar großen Gelände, das der Priener Immobilienentwickler Herecon im Frühjahr von der Gemeinde erworben hatte, sollen als Ensemble erhalten bleiben. Seit die Gemeinde Hitzelsberg 2012 für knapp sechs Millionen Euro in einer Zwangsversteigerung erworben hatte, um die Kontrolle über die weitere Entwicklung zu behalten, suchten die Bernauer nach einem geeigneten Käufer.
Hotel mit 80
bis 120 Zimmern
Der alte Gutshof soll auch künftig das dominierende Gebäude auf dem Hitzelsberg bleiben und als Veranstaltungsort für Konzerte, Ausstellungen, Hochzeiten und Ähnliches dienen. Der bisherige Pavillon soll zu einem Restaurant umgebaut werden. Ebenso soll ein Wanderweg rund um den Hitzelsberg eingerichtet werden, die freien Wiesen nach Süden sollen erhalten bleiben und eine Erschließungsstraße soll das Areal mit dem Ort und der B305 verbinden. Das geplante Hotel im gehobenen Segment soll, so Büscher, mit 80 bis 120 Zimmern ausgestattet werden: „Dieser Maßstab passt zur Größe des Orts.“ Derzeit seien rund 20 Personen mit den Planungen beschäftigt, die erste Auslegung laufe.
Büscher betonte, dass die frühzeitige Beteiligung auch der Meinungssammlung diene. Parallel laufe auch die ein Jahr dauernde „spezielle artenschutzrechtliche Prüfung“, kurz saP. Voraussichtliches Ende: Sommer 2020. Alles in allem hoffe man auf einen Satzungsbeschluss im November 2020, der Bau der Erschließungsstraße dauere dann noch einmal fünf bis sechs Monate, und ab Frühjahr 2021 könne, sollte alles nach Plan laufen, der Baubeginn starten. Heiner Englert, Geschäftsführer von Herecon, erklärte, dass das Projekt Restaurant am weitesten gediehen sei.
Es gebe ein „gutes Gastrokonzept“ und das Gebäude sei als solches schon vorhanden, das es nur innen zu gestalten gelte. Idealfall sei, dass nach dem Erstellen der Erschließungsstraße der Pavillon als Restaurant fertig sei und dann der Hotelbau angegangen werden könne. Außerdem solle es mehr kulturelle Angebote geben. Georg Bauer (Bernauer Liste, BL) und Pia Ostler (Grüne) hakten beim Thema Erschließungsstraße nach, die im Oktober ausführlich im Gemeinderat vorgestellt wurde. Laut Büscher sei man hier noch am Planen. Die Lage der Straße werde noch optimiert, eventuell werde es zu geringen Verschiebungen kommen. Ostler erkundigte sich auch nach der derzeit stattfindenden saP. Die 2015 durchgeführte saP habe sich, so Büscher, nur auf die Straße bezogen, jetzt gehe es um das ganze Areal. Bürgermeister Philipp Bernhofer (BL) bedankte sich für die Ausführungen und die gute Zusammenarbeit. Dabei erwähnte er das Benefizkonzert auf Gut Hitzelsberg im Oktober. Der großzügig durch die Firma Herecon aufgerundete Erlös werde der Bernauer Stiftung zugutekommen.