„Wir alle brauchen diese Menschen“

von Redaktion

Ehrenmedaille der Stadt Traunstein an verdiente Bürger vergeben

Traunstein –Seit 1973 verleiht die Stadt Traunstein ihre Ehrenmedaille an verdiente Bürger als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für besonderes freiwilliges Engagement. In einem Festakt im Rathaus, den Pianist Michael Alf musikalisch gestaltete, zeichnete Oberbürgermeister Christian Kegel im Kreise ihrer Familien, Verwandten und Bekannten, Weggefährten, Unterstützer und Vertreter der Stadtratsfraktionen mit Imke von Keisenberg, Lotte Namberger, Thomas Miller und Richard Kraft die Träger Nummer 41 bis 44 aus.

Leidenschaft
fürs Ehrenamt

Die Auszeichnung bekam Thomas Miller, Verleger des Traunsteiner Tagblatts, „für sein umfangreiches, dauerhaftes, leidenschaftliches ehrenamtliches Engagement in Politik, Wirtschaft und Kultur“, wie Kegel betonte. Seit den 80er-Jahren habe er sich gemeinsam mit der Stadt Traunstein und der Werbegemeinschaft für die Schaffung eines Stadtmarketings eingesetzt, das 2001 gegründet worden sei. Bei der Umgestaltung der Maximilianstraße habe Miller als Bindeglied zwischen Stadtverwaltung und Anliegern fungiert.

Seit 2009 sei Miller Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Traunstein erleben“, der es gelungen sei, die Wirtschaft und den Handel in Traunstein zu fördern und die Attraktivität der Einkaufsstadt Traunstein zu erhalten. Unter der Federführung von Miller habe die Werbegemeinschaft 2015 und 2017 die Organisation der Gewerbeschau Truna vorbereitet. Zudem erwähnte Kegel ebenfalls dessen Einsatz beim Bundeswettbewerb „Eine Stadt blüht auf“, der Traunstein eine Gold- und eine Silbermedaille bescherte, bei der letztlich abgesagten Landesgartenschau sowie seine Tätigkeit als Stadtrat von 2008 bis 2014.

Außerdem wurde die Ehrenmedaille Imke von Keisenberg für ihr besonderes Engagement im Kulturleben der Stadt zugesprochen. Seit 2000 war sie im Team der Sommerkonzerte, bevor sie 2012 die künstlerische und organisatorische Leitung des Kammermusikfestivals übernahm. „Und damit den Fortbestand eines besonderen kulturellen Schatzes gesichert hat“, wie Kegel betonte. Dabei spielen seit 1980 international anerkannte, preisgekrönte Künstler Konzerte von höchster musikalischer Qualität für Musikliebhaber aus ganz Deutschland.

Als künstlerische Leitung präsentiere von Keisenberg nicht nur international bekannte Künstler, sie führe auch das Lebenswerk der 2013 verstorbenen Dorothee Ehrensberger mit derselben Leidenschaft und Begeisterung fort. „Es gelingt ihr, jedes Jahr aufs Neue außergewöhnliche musikalische Momente zu schaffen“, so der Oberbürgermeister. Des Weiteren sei von Keisenberg seit 2016 stellvertretende Vorsitzende der Kulturfördervereinigung ARTS, die sich der Förderung der Kunst und Kultur in Traunstein und der Region sowie der Unterstützung hiesiger Künstler verschrieben habe, fuhr er fort.

Lotte Namberger erhielt die Ehrenmedaille der Stadt für ihr außergewöhnliches kirchliches und soziales Engagement. „Seit 1974 setzt sie sich mit Leib und Seele, mit Herz und Verstand, voller Begeisterung und Hingabe für die Stadtkirche Traunstein, insbesondere für die katholische Pfarrei in Haslach ein“, stellte Kegel fest. Dafür habe sie bereits das Verdienstabzeichen in Gold erhalten.

Ab 1978 engagierte sich Namberger als stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats für die Belange der Haslacher Pfarrei, dessen Vorsitz sie von 1982 bis 2006 innehatte. Daneben arbeitete sie seit 1989 ehrenamtlich und mit großem persönlichen Einsatz für die Kirchenverwaltung und übernahm 2012 das Amt der Kirchenpflegerin. In dieser Zeit erfolgte die Außenrenovierung der Pfarrkirche. „Lotte Namberger hat zudem maßgeblich zur Bildung des Haushaltsverbunds der Stadtkirche Traunstein mit vier Pfarreikirchen beigetragen“, sagte Kegel. Seit dessen Bestehen setze sie sich als Verbundpflegerin für die Kirchenstiftungen und den Kindergartenverbund ein. Zudem habe sie Pilgerreisen organisiert und im Frauen- und Mütterverein mitgearbeitet.

Für „außergewöhnliches Engagement für die Stadt und ihre Bürger“ unter dem Leitspruch des Vereins „Eine Zukunft für Traunstein Vergangenheit“ sprach der Oberbürgermeister dem Vorsitzenden des Fördervereins Alt-Traunstein, Richard Kraft, seine große Anerkennung aus. Er bringe nicht nur seine Ideen und Gedanken ein, sondern packe auch selbst mit an. „Andere lassen machen. Das kommt für ihn nicht in Frage.“ Seit Gründung des Fördervereins 1983 setze er sich, zunächst als Beirat, seit 2000 als Erster Vorsitzender, für die Wiederherstellung, Bewahrung, Instandhaltung und Pflege historischer Bauwerke in Traunstein ein. Dies belegte Kegel mit der beeindruckenden Aufzählung einer Liste von Projekten, von denen er den Wiederaufbau des Jacklturms herausstellte, mit dem der Stadtplatz einen signifikanten Abschluss und Wahrzeichen erhalten habe. Wegen der finanziell und personell begrenzten Ressourcen sei dies für eine Stadt nicht immer einfach, weshalb sie dankbar sei, den Förderverein Alt-Traunstein zu haben.

Dies gilt nach den Worten Kegels in besonderem Maße für den Traunsteiner Salinenpark mit dem Freilichtmuseum, „der unseren wahrscheinlich größten kulturhistorischen Schatz sicht- und spürbar macht.“ Dass es gelungen sei, „unsere herausragende Geschichte als Salinenstadt“ wieder lebendig werden zu lassen, sei der Verdienst von Richard Kraft und dem Förderverein Alt-Traunstein.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Oberbürgermeister Kegel auf die Bedeutung und Bandbreite des Ehrenamtes hingewiesen. „In jedem Fall bereichert es das Zusammenleben unserer Gesellschaft und bietet für Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen Hilfe und Unterstützung.“ 31 Millionen Menschen, die sich in Deutschland ehrenamtlich engagieren, seien eine eindrucksvolle Zahl. „Unser Land, unsere Region und unsere Stadt, wir alle brauchen diese Menschen, die ihre Zeit, ihr Wissen und ihr Können für das Gemeinwohl einsetzen, die ihre Achtung, ihr Verständnis, ihre Gunst und ihre Güte ihren Mitmenschen und damit unserem Gemeinwesen zur Verfügung stellen.“

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