Bernau – Annette Marquard-Mois, Projektleiterin des 2017 von Bernau initiierten LEADER-Projekts „Römerregion Chiemsee“, präsentierte in der jüngsten Bernauer Gemeinderatssitzung den Sachstand. Unter Federführung Bernaus hätten elf Gemeinden aus den LEADER-Regionen Chiemgauer Alpen und Chiemgauer Seenplatte eine Konzeption entwickelt, so Marquard-Mois, um gemeinsam die Vergangenheit der Gegend rund um den Chiemsee unter der Herrschaft der Römer erlebbar zu machen.
Nachdem ein Gesamtkonzept erarbeitet wurde, mit welchen Themen und Maßnahmen die römische Geschichte attraktiv für Jung und Alt gemeinsam präsentiert werden kann, und nachdem die Gemeinden ihre örtlichen Projekte zur Umsetzung vorbereitet hatten, trete die „Römerregion Chiemsee“ nun in die Phase der konkreten Realisierung, so die Projektleiterin weiter. Ein Projektmanagement soll die Gemeinde bei der Realisierung ihrer Maßnahmen vor Ort unterstützen.
Für die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit sind unter anderem eine zweisprachige Homepage, eine Broschüre mit einer Kindergeschichte durch die Römerstandorte in den teilnehmenden Gemeinden und ein Imagefilm inklusive Flugdrohnenaufnahmen geplant. Das ganze Projekt sei solide aufgebaut, in den elf Gemeinden arbeiten über 40 Leute wie beispielsweise die evangelischen Kirche Bad Endorf, Ehrenamtliche, historische Vereine, Museen und/oder Kreisheimatpfleger sowie örtliche Betriebe mit.
Das Projekt werde mit 60 Prozent aus dem von der EU bezahlten Leader-Programm gefördert. Konkret belaufe sich die Fördersumme auf 220000 Euro, den Restbetrag stemmen die Gemeinden im Eigenanteil. Bernau habe beispielsweise 24000 Euro bewilligte Fördermittel erhalten.
Jede Gemeinde habe ein Schwerpunktthema, es gebe Stationen zu römischen Gutshöfen, zu Religion und Brauchtum, zu römischer Kultur und Kunst und Inschriftensteine. Hinweise zu Krisenzeiten wie die Germaneneinfälle sollen die römischen Spuren im Chiemgau belegen. In der dritten und letzten Phase nun gehe es um das Außenbild. Einheitlich gestaltete Info-Tafeln, ein gemeinsames Logo sollen die Zusammenarbeit verdeutlichen und die zweisprachige Webseite soll nicht nur Einheimische begeistern. Anfang März 2020 wolle man online gehen, 2021 sei das Projekt abgeschlossen. Die Webseite werde an die Bernauer Webseite angedockt und sie werde die Seite dann auch weiter ehrenamtlich betreuen, versprach Marquard-Mois. Überhaupt gebe es einen Qualitätsstandard, die Römerregion werde „kein Disneyland.“
Das Projekt sei schon jetzt bayernweit sichtbar, erwähnte die Fachfrau in dem Zusammenhang. In der Fachzeitschrift „Das archäologische Jahr in Bayern“ aus dem vergangenen Jahr werde Bernau als Leitgemeinde des Projekts erwähnt sowie das Projekt an sich vorgestellt. Hansjörg Decker (Bernauer Liste, BL) lobte das Projekt „als schöne, überlegte Geschichte für den ganzen Chiemgau.“
Auch Bürgermeister Philipp Bernhofer (BL) schloss sich dem Lob an. Er freue sich, dass das Projekt Römerregion Chiemsee umspannend sei und sich elf Gemeinden aus der Region daran beteiligten.