Handel vor Ort: attraktiv oder nicht?

von Redaktion

Umfrage der TH Rosenheim zu den Priener Läden und dem Einkaufsverhalten vor Ort

Prien – „Der Online-Handel wird weltweit jährlich mehr und mehr. Mode, Technik und Co werden dabei direkt ins Haus bestellt. „Etwa 30 Prozent der Lebensmittel werden aber auch schon per Klick geordert“, weiß Professor Dr. Brigitte Kölzer-Löffler, Dozentin für BWL, insbesondere Marketing, an der Technischen Hochschule Rosenheim. Zusammen mit einem Studententeam ist sie zurzeit während des Christkindlmarktes in Prien unterwegs. Denn im Rahmen eines Forschungsprojektes der Hochschule Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein untersuchen sie den stationären Einzelhandel in Prien am Chiemsee. Ziel: die Verbesserung des Angebotes und der Services. Dazu werden Kunden zu ihrem Kaufverhalten und deren Einschätzungen über den örtlichen Handel und die Kommune befragt.

Heute letztmalig
Befragung
am Marktplatz

Letztmalig sind die Studenten heute auf dem Marktplatz vor Ort. „Zwar ist in kleineren Gemeinden das Problem des Geschäftesterbens noch weniger akut als in Großstädten, doch gilt es attraktiv zu bleiben und zu hinterfragen, wie nehmen mich Kunden wahr“, erläutert Kölzer-Löffler die Intention des Projektes.

Man lebe im Chiemgau in einer einkommensstarken Region mit zahlreichen Touristen sowie Zweitwohnsitzen. Nichtsdestotrotz dürfe nicht Stillstand herrschen und man sollte sich nicht für ein „Gegen den Online-Handel“ sondern „Miteinander mit dem Online-Handel“ entscheiden.

Die Professorin ist deshalb froh, dass mit den Prien Partnern sowie dem örtlichen Gewerbeverein eine Kooperation zustande gekommen sei. Sie würden sich der Herausforderung stellen und den Status Quo hinterfragen. „Auch die Gemeinde ist mit im Boot“, freut sich Kölzer-Löffler. Die zentrale Frage der Umfrage laute dabei: „Was kann Prien machen, um Kunden in die Geschäfte zu locken?“ Der Einzelhandel müsse attraktiv bleiben. Aktuelle Waren gehören ebenso dazu, wie einladende Schaufenster und Kundenservice. Erste Blicke in die Auswertungen zeigen, dass die Befragten der Marktgemeinde Prien die Note 2 geben würden. „Es zeichnen sich aber schon zwei Aspekte ab, die bemängelt werden“, schlüsselt die Professorin auf.

Mit Online-Angeboten
Kunden ins
Geschäft locken

Dies seien fehlende Gastronomie und vor allem fehlende Parkmöglichkeiten im Zentrum. Kein Geheimnis, sondern nur eine Untermauerung dessen, was die Kommune schon weiß, ist auch die Einschätzung der Seestraße gen Hafen. „Diese wird als dürftig wahrgenommen“, so Kölzer-Löffler.

Ein Fehler sei es aber, Online-Handel als Konkurrenz zu sehen. Vielmehr wäre es geschickt, sich selbst ein virtuelles Geschäft zuzulegen und mit Service wie, im Laden abzuholen oder umzutauschen et cetera die Kunden zu begeistern.

„Eine Symbiose aus den beiden Einkaufswelten sollte das Ziel sein und ist aus BWL- und Marketingsicht der Weg in die Zukunft“, betont die Dozentin. Die Querverbindungen online auf den Laden, „in dem man tolle Beratung gebe“ oder die Parkgebühr erstatte bei Einkauf vor Ort, seien nur zwei Anker, die Kunden ansprechen würden. Doch nicht nur die Inhaber von Geschäften werden durch die Umfrage gefordert und beleuchtet.

Auch die Marktgemeinde würde Bedürfnisse der Bürger, Urlauber und Kunden besser sehen. So sei der Ruf nach einem Parkhaus schon mehrfach zu hören gewesen. Prien bildet mit der aktuellen Hochschul-Umfrage den Auftakt. Die Studenten werden die Handel-Interviews auch in anderen Kommunen rund um den Chiemsee absolvieren. Mögliches Ziel: eine Plattform für die Händler zu schaffen, um den Chiemgau auf einen Blick mit seinem Angebot zu haben. „Das ist aber Zukunftsmusik“, betont Kölzer-Löffler. Sie will damit nur Möglichkeiten aus diesen Umfrageergebnissen aufzeigen. Jeder der sich noch an der Umfrage beteiligen will, kann dies online unter folgendem Link tun: https://ww3.unipark.de/uc/ Prien/

Diese Umfrage ist anonym. „Alle Daten werden vertraulich und nach den Bestimmungen der Datenschutzrichtlinien der Hochschule ausgewertet“, betont die Professorin.

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