Eine Brücke wird verbunden

von Redaktion

Eine Lösung für den Heilig-Geist-Steg ist in Sicht: Die auseinanderklaffenden Brückenteile können miteinander verbunden werden. Damit könnte das Verkehrsproblem auf der B 304 aus der Welt geschafft werden.

Traunstein – Rund 1.9 Millionen Euro sowie sieben Jahre Planung und Bauzeit hat er gekostet – der Heilig-Geist-Steg im Traunsteiner Ortsteil Hallabruck. Die 72 Meter lange und drei Meter breite Geh- und Radwegüberführung, die ursprünglich vor allem für Schüler aus Hufschlag gebaut wurde, hätte zum Schulstart im September vollendet sein sollen.

Keine Entwarnung
zum Schulanfang

Die Endmontage ist jedoch nicht möglich gewesen, da die Abweichungen zwischen den beiden Brückenteilen zu groß waren. Wegen des zunehmend starken Verkehrs auf der B304 konnte die Sicherheit für die Schulkinder, die diese Straße jeden Tag überqueren müssen, nicht mehr gewährleistet werden. Im vergangenen halben Jahr gab es einige Probleme und Verzögerungen auf der Baustelle, die vom Bund finanziert wird. Laut dem Staatlichen Bauamt Traunstein wurden Anfang September deutliche Lageabweichungen zwischen den Verbindungsstoßstellen der beiden Brückenbauteilen festgestellt. „Die beiden Hälften klaffen dort, wo sie verschweißt werden sollten, zum Teil mehrere Zentimeter auseinander“, sagte Florian Paukner, Leiter der Abteilung „Konstruktiver Ingenieurbau“ in der Behörde.

Anfang September wurde die ursprüngliche Überquerungshilfe wiederhergestellt, damit die Bundesstraße weiterhin passiert werden kann. Die gute Nachricht: Ein unabhängiger Gutachter war in seiner Ursachenermittlung erfolgreich. Die Brücke muss nicht komplett neu gebaut werden. Anscheinend seien einzelne Stahlrohrstücke, aus denen der Brückenüberbau besteht, in sich nicht maßhaltig gewesen oder auch nicht genau lagerichtig eingebaut worden, erklärt der Ingenieur.

Zudem würde die Wärme, die bei jedem Schweißvorgang entsteht, zu Verformungen des Materials führen.

Sechs bis zwölf
Monate Verzögerung

„Müssen Schweißnähte mehrfach nachgebessert werden, so wie das hier wegen mangelhafter Erstausführung der Fall war, vervielfacht sich dieser Effekt.“ Für die Fehler gibt es jedoch eine Lösung. „Ein Instandsetzungskonzept, das den Erhalt des gesamten Überbaus ermöglicht und nur Anpassungen an einer Stahlstütze erfordert, liegt nun vor.“ Das Konzept sei eingehend geprüft worden und nun werde auf eine möglichst zeitnahe Umsetzung hingewirkt, betont Paukner.

Laut Christian Rehm, Behördenleiter des Staatlichen Bauamtes, ist der Heilig-Geist-Steg ein „sehr anspruchsvolles Bauwerk“ und erfordere eine hohe Maßgenauigkeit, deshalb stehe noch nicht fest, wann die Brücke für den Fuß- und Radverkehr freigegeben werden kann. „Wir gehen von einer Verzögerung von sechs Monaten bis zu einem Jahr aus.“

Die Beseitigung der Fehler sei die Aufgabe des Auftragnehmers. Deshalb geht der Behördenleiter davon aus, dass für den Bauherren, die Bundesrepublik, keine weiteren Kosten entstehen.

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