Klassische Musik und eine eigene Chronik

von Redaktion

Herta und Josef Rappl aus Gstadt feiern diamantene Hochzeit

Gstadt – Im Kreise ihrer Familie feierten Herta und Josef Rappl das Fest der diamantenen Hochzeit. Damit ist ihnen gelungen, was nicht vielen Paaren vergönnt ist: auf 60 gemeinsam erlebte Ehejahre zurückzublicken und dabei auch gesundheitlich noch entsprechend vital zu sein.

Kennengelernt hatten sich die beiden 1957, als die junge Herta in einer Gstadter Pension zur Anstellung und dort dem jungen Rappl Sepp aufgefallen war. Durch sein stetes Bemühen konnte er ihr Herz gewinnen und so läuteten 1959 in der Gstadter Filialkirche die Hochzeitsglocken.

Der „Huber Sepp“, wie ihn die meisten nennen, hat 1931 als erstgeborener Sohn von Maria und Josef Rappl das Licht der Welt erblickt. Mit drei Schwestern wuchs er im elterlichen „Bauernsachl“, dem Huberhof auf. Seine Familie betrieb zur Landwirtschaft im Nebenerwerb auch das „Café Überfahrt“ mit einigen Gästezimmern. In der Freizeit half man entweder auf dem Feld oder ruderte die „Sommerfrischler“ mit dem Boot zu den Inseln. Nachdem sein Vater 1954 sehr jung verstarb, gab der „Huber Sepp“ 1957 die Landwirtschaft auf.

Herta Rappl wurde 1939 in Nitzau/Bergreichenstein (vormals Tschechien) als zweites von drei Kindern der Eheleute Agnes und Karl Wastl geboren. Durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde die gesamte Familie 1945 um „Haus und Hof“ gebracht und aus dem Böhmerwald vertrieben. Über einige Umwege landeten sie letztlich in Breitbrunn, wo sie auch die Volksschule besuchte. Mit vielen Entbehrungen bauten sich ihre Eltern in der Folge ein kleines Häuschen in Wolfsberg. Auch Herta verlor bereits mit 20 Jahren ihren Vater, der 54-jährig einem Krebsleiden erlag.

Nach ihrer Heirat vor 60 Jahren baute das Paar nach und nach den „Huberhof“ um und zur Fremdenpension aus. Im Laufe der Jahre wurde die eine oder andere Voraussetzung für eine „gesicherte Existenz“ geschaffen. Gemeinsam schenkte das Jubelpaar den Kindern Maria und Sepp das Leben. Zudem wuchs die Familie um drei Enkelkinder und zwei Urenkel, die der ganze Stolz der Beiden sind.

Seit ihrem wohlverdienten Ruhestand lenken bereits die nächsten Generationen die Geschicke des ehemaligen „Huberhofs“. Während sich Herta in der Freizeit ihrer Leidenschaft, der klassischen Musik widmet, schreibt der mittlerweile 88-jährige Sepp seit vielen Jahrzehnten in ungezählten Tagebüchern seine „persönliche Chronik“.

Unter den Gratulanten war im Namen der Gemeinde auch Gstadt´s Bürgermeister Bernhard Hainz mit einem Geschenkkorb und einer Urkunde. wak

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