Ruhpolding – Auf den Weg gebracht hat die Gemeinde ein völlig neues, attraktives Ortslinien-Konzept, das ab sofort mehr Menschen animieren soll, vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Der Startschuss für die richtungsweisende Maßnahme, bei der künftig zwei Busse mit Euro-6-Norm eingesetzt werden, fiel am Wochenende im Beisein von Gemeinderäten und Vertretern der Verwaltung sowie der Tourist-Info.
Ziel: die einzelnen Orte besser vernetzen
Grundgedanke des erweiterten Angebots, wie Bürgermeister Claus Pichler erklärte, sei einerseits das Ziel gewesen, die einzelnen Ortsteile besser zu vernetzen, zum anderen, um den Individualverkehr im Gemeindegebiet spürbar zu reduzieren. Damit leiste die Gemeinde einen wesentlichen Beitrag zum kommunalen Klima- und Umweltschutz, so Pichler.
Das neue Vertrags-Konzept mit den Linien A und B läuft vorerst über drei Jahre, also bis November 2022, und beinhaltet eine Verlängerungsoption für weitere zwei Jahre. Den Zuschlag der Ausschreibung erhielt die Firma Alpenland-Reisen, die bereits den bisherigen Ortslinienverkehr betreibt. Zusätzliches Zuckerl für den Bürger: bis zur Umstellung auf den Sommerfahrplan im Mai nächsten Jahres kann die Ortslinie zum Nulltarif genutzt werden. Ein unverhofftes Weihnachtsgeschenk, das den Geldbeutel schont und mit dem der Gemeinderat die Akzeptanz für den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) steigern möchte.
Seit zwei Jahren habe sich der Verwaltungsausschuss intensiv mit dem Thema und den Vorschlägen von Bernhard Truk von der Tourist-Info befasst, erläuterte Martin Heinemann, der Geschäftsleiter der Tourismus-Gemeinde. In dieser Zeit sind repräsentative Fahrgastzählungen durchgeführt worden und verschiedene Anregungen in die Vorplanung miteingeflossen. Mit der Erweiterung auf zwei Linien und des Haltestellennetzes können nun Fahrgäste nahezu im Stundentakt den Service nutzen. Neu hinzugekommen sind die Stationen Eckl-Brücke, Parkplatz Zentrum, Bibelöd Bahnhof, Chiemgau-Coaster, Holzknechtmuseum Laubau und Fritz am Sand. Alle Haltestellen sind übrigens optisch einheitlich gestaltet worden, die Fahrpläne gut leserlich auf größeren Schildern wie bisher. Außerdem erfolgte eine enge Anpassung an die Fahrpläne der Deutschen Bundesbahn sowie des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO), um unnötige Wartezeiten zu vermeiden. Herausgekommen sei ein stimmiges Konzept, bei dem auch auf Barrierefreiheit Rücksicht genommen wurde; zudem bleibt die Wartehalle im Bahnhofsgebäude länger zugänglich. Gerade jetzt in der Winterzeit bietet die neue Ortslinie für Langläufer, Wanderer und Natursuchende eine ideale Möglichkeit, ihre touristischen Ziele schnell und umweltfreundlich zu erreichen. Und das bis Mai sogar kostenlos.