Oberwössen – Von der Reinigungskraft über den Handwerker bis zum Vorstandsvorsitzenden des ErholungsWerks der Postbank-Telekom aus Stuttgart, waren alle gekommen: Um zu feiern, wie mit einem Budget von 4,1 Millionen Euro in fünf Monaten Umbauphase die Ferienwohnungsanlage Oberwössen in neuem Glanz erstrahlt.
Diese wird vom Erholungswerk Post Postbank Telekom betrieben. Der Verein ist eine Sozialeinrichtung, die Urlaubs- und Erholungsreisen anbietet. Ihre Gäste sind in erster Linie Reisende aus den drei Unternehmen Post, Postbank und Telekom. Das Erholungswerk entstand im 20. Jahrhundert als Maßnahme der Erholung und Kindervorsorge, seit 1991 ist es eingetragener gemeinnütziger Verein.
Anlage war sofort ausgebucht
Nun weihte Pfarrer Martin Straßer die neu gestalteten Zimmer und die Gaststättenräume ein. Gleich am vergangenen Wochenende war die Anlage, die 18 Mitarbeiter beschäftigt, komplett ausgebucht. In den Räumen der Gaststätte sprach der Pfarrer das aus, was viele dachten: „Was für ein schöner Anblick, da möchte ich gleich sitzen bleiben.“
Die Veränderungen beginnen unmittelbar am Haupteingang. Die Rezeption erweitert ein Anbau nach Norden; unter dem Satteldach entstand ein Foyer mit neuem repräsentativen Empfangsbereich und einem Büro. Im Untergeschoss Richtung Westen wuchs das Restaurant Poststüberl um einen Wintergarten unter einem Flachdach. Eine Rundum-Verglasung lässt den Raum hell und luftig erscheinen. Dem Gast öffnet sich der Blick über den Ort und in die Berge. Dort in den Gasträumen begrüßte der Vorstandsvorsitzende Klaus Weber die Gäste. Weber beschrieb den Umbau als Folge einer Unternehmenspolitik, die vorsieht, durchschnittlich alle 20 Jahre die bundesweit 15 eigenen Ferienwohnungsanlagen und eine in den Niederlanden komplett zu sanieren und die Wohnungen komplett neu zu möblierten. So entstünden qualitativ hochwertige Ferienwohnungen und Freizeiteinrichtungen zu bezahlbaren Preisen. Gäste danken das dem Erholungswerk mit einer Schulnote von 1,5. Sie kommen gern nach Oberwössen. „Wie in anderen Anlagen haben wir in Oberwössen eine Auslastung als Ganz-Jahres-Betrieb bei rund 75 Prozent. Seit 56 Jahren vermieten das Erholungswerk und seine Rechtsvorgängerin in Oberwössen, so Weber.
Aus früher 26 Zwei- und Dreibettzimmern sind über die Jahre 40 Ferienwohnungen geworden, von denen 32 Wohneinheiten saniert, modernisiert und neu möbliert wurden. Wie Peter Linsenmann, Leiter des Achental-Tourismus, erklärt, war federführend für die modern in Massivholz gehaltene Ausstattung der Wohnungen die örtliche Schreinerei Mühlberger zuständig. Die erweiterte Gaststätte ermöglicht der Pächterin Petra Mühlberger größere Veranstaltungen wie Heimatabende und Vereinsversammlungen zu organisieren.
Der ursprüngliche Gaststättenbestand und der Anbau sind separat nutzbar, sodass zwei Veranstaltungen oder Veranstaltungen neben dem Restaurantbetrieb für die Gäste parallel laufen können. Die nötige Technik für Lüftung und Akustik ist darauf zugeschnitten. Der Anbau der Gaststätte brachte den jugendlichen Gästen mehr Raum. Dafür steht der Mehrzweckraum, den sie zuvor nutzten, ausschließlich für Sonderveranstaltungen wie Diaabende, Gymnastik oder Animationen zur Verfügung. Die nötigen Schallschutzmaßnahmen und Einbauten sind umgesetzt.
18 Unternehmen aus der Region beteiligt
Ziel war es nach Auskunft von Jana Koch vom Erholungswerk in Stuttgart für die nächsten Jahre einen reibungslosen Betriebsablauf in der Ferienwohnungsanlage zu sichern. Deshalb zogen die Fachleute zusätzlich die erst in zwei oder drei Jahren anstehenden Maßnahmen zur Sanierung der Tiefgarage und der Fassaden vor. Den erhöhten Brandschutzanforderungen, die sich mit einer Höherstufung der Anlage ergaben, trugen sie Rechnung.
Die Planung und Bauleitung lag in den Händen der Intec GmbH mit Architekt Anton Entfellner und Bauleiter Schneider. 18 Unternehmen aus der Region schulterten den Umbau vor Ort unfallfrei.
Bürgermeister Ludwig Entfellner sieht die Ferienwohnungsanlage als lebendigen Teil Oberwössner Geschichte. Der ursprüngliche Gedanke von 1956 mit dem Ferienwohnungsangebot „die Dienstfreude der Mitarbeiter zu erhöhen“, sei heute eine moderne Idee.