Politisches Erdbeben in Übersee

von Redaktion

Neue Wählergruppe GfÜ holt die meisten Sitze im Gemeinderat

Übersee – Die neue Wählergruppe „Gemeinsam für Übersee“ (GfÜ) mit ihrem Spitzen- und Bürgermeisterkandidaten Eberhard Bauerdick hat „aus dem Stand“ mit 30,41 Prozent die meisten Stimmen bei der Gemeinderatswahl geholt. Eine Schlappe erlitt die CSU mit dem amtierenden Gemeinde-Chef und Bürgermeisterkandidaten Marc Nitschke mit nur 26,21 Prozent. Die GfÜ hat künftig sechs und die CSU fünf Sitze. Bei der Bürgermeisterwahl erhielt keiner die absolute Mehrheit. Nitschke und Bauerdick müssen in die Stichwahl.

Mit einer außerordentlich hohen Wahlbeteiligung von 71,49 Prozent haben die Überseer ihren politischen Willen zum Ausdruck gebracht. Und der wird in der neuen Amtsperiode massive Veränderungen bringen. Die GfÜ hat bei der Sitzverteilung praktisch „von null“ sechs Sitze erreicht.

Die CSU verlor gegenüber der letzten Kommunalwahl von 2014 einen Sitz und kommt nur noch auf fünf Mandate. Gewonnen haben auch die Grünen mit einer Verdopplung ihrer Sitze auf jetzt vier. Geblieben sind die Sitze gegenüber 2014 bei der Freien Bürgerliste (4) und bei der Bayernpartei (1). Die im bisherigen Gremium mit einem Sitz vertretene SPD hat sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

Bei der Einzelabrechnung entfielen die meisten Stimmen auf Erika Stefanutti (2478) und Eberhard Bauerdick (1940), beide GfÜ, Margarete Winnichner (1904) von den Grünen und Marc Nitschke (1786, CSU).

Bei der Bürgermeisterwahl gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Nitschke (39,73 Prozent) und Bauerdick (34,32 Prozent). Die Bürgermeisterkandidatin Margarte Winnichner von den Grünen erreichte 25,95 Prozent. Erst nach der Stichwahl in 14 Tagen wird feststehen, ob Nitschke oder Bauerdick ins Rathaus zieht.

Bürgermeister Nitschke äußerte sich verhalten zum Wahlergebnis, „mit dem wir nicht gerechnet haben“. Er führte den Stimmenrückgang gegenüber 2014 auf viele Faktoren zurück. Zum einen spreche die allgemeine Stimmung nicht gerade für die großen Volksparteien. Auch persönliche Gründe hätten eine Rolle gespielt, die ja schon während der letzten Monate zwei Gemeinderäte zum Verlassen der CSU veranlasst hatten.

Die Dominanz der GfÜ im neuen Gemeinderat sieht Nitschke nicht als Problem. „Egal, wie die Mehrheiten sind, wir arbeiten alle zum Wohl der Bürger und haben das in der Vergangenheit mit 95 Prozent an einstimmigen Beschlüssen auch bewiesen.“

Sehr zufrieden äußerte sich Bauerdick über „das hervorragende Ergebnis der GfÜ“, das er als „großen Vertrauensbeweis“ bewertete. Das gute Abschneiden führte er auf die guten Themen im Wahlkampf und vor allem auf sein gutes Team zurück. Auch er sieht die neuen Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat entspannt.

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