Inzell – Erstmals wurde die Inzeller Gemeinderatssitzung im Ernst-Rappl-Saal im Rathaus durchgeführt. Grund dafür war das Coronavirus, und um den notwendigen Abstand zu gewährleisten, entschied sich die Gemeindeverwaltung, die letzte Sitzung des alten Gemeinderates in einem größeren Saal als dem Sitzungssaal durchzuführen. Erster Punkt der Tagesordnung war die Sanierung des Hallenbades mit einem Teilneubau.
2014 wurde in Inzell eine Arbeitsgruppe mit sehr engagierten Personen gegründet, die für den Erhalt des Familienbades plädierte. Die ARGE sollte die Grundlagen für den Gemeinderat erarbeiten, damit dieser über den Fortbestand, die Sanierung oder die Schließung des Hallenbades mit Hintergrundwissen entscheiden kann.
Fördergelder
sind zu erwarten
Dem Gemeinderat wurde daraufhin die Sanierung des Bades empfohlen. Mit der Förderbehörde – der Regierung von Oberbayern – wurden die verschiedenen Möglichkeiten besprochen. Es konnte eine Förderung von mindestens 50 Prozent in Aussicht gestellt werden. Aufgrund dessen wurden die Krautloher Architekten, die bereits mehrere solcher Projekte umgesetzt hatten, mit der Untersuchung von Varianten mit Kostenschätzung beauftragt.
2018 hat der Inzeller Gemeinderat beschlossen, auf der Grundlage der Kostenschätzung des Architekturbüros, vorbehaltlich einer Zuwendung von mindestens 50 Prozent der förderfähigen Kosten, die Maßnahme Sanierung des Hallenbades weiter zu verfolgen. Von der Regierung von Oberbayern wurde nun mitgeteilt, dass die Sanierungskosten, um förderfähig zu sein, unter 80 Prozent der Neubaukosten betragen sollen. In diesem Fall wurde eine Zuwendung in Höhe von 40 Prozent der förderfähigen Kosten in Aussicht gestellt.
Mit dieser Information wurden der „Arbeitsgruppe Hallenbad“ unter dem Vorsitz von Michael Lorenz, drei Varianten (bestehendes Becken bleibt, Sportbecken, zusätzliches Becken) mit Kostenberechnungen zu einem Um- und Neubau vorgestellt. Bei den Varianten bewegen sich die Kosten zwischen sechs und 6,6 Millionen Euro netto ohne Nebenkosten. Im Haushaltsplan der Gemeinde für 2020 sowie im Finanzplan der weiteren Jahre sind die Kosten bereits berücksichtigt. Die „ARGE Hallenbad“ hat nun dem Gemeinderat empfohlen die Variante 1 (weiterhin als Familienbad) zur Umsetzung zu bringen.
Michi Lorenz (CSU) erläuterte, dass der grundsätzliche Entschluss zur Sanierung bereits vor eineinhalb Jahren gefasst wurde und man sollte nun auf diesem Weg weitermachen. „Für uns als Tourismusort ist es schlichtweg wichtig, das Hallenbad zu erhalten, auch im Sinne der Vermieter in Inzell. Auch kommen viele Familien von außerhalb nach Inzell, um mit ihren Kindern einige schöne Stunden in unserem Hallenbad zu verbringen“.
Sepp Rieder (SPD) fügte hinzu, dass die Sauna auch mit dran hängt und deshalb „einfach das Hallenbad zuzusperren“ keineswegs eine Lösung ist. „Wir müssen dann auch daran denken, was wir anschließend mit dem leeren Gebäude machen sollen. Ein Abriss ist keineswegs kostengünstig“. Auch Bürgermeister Hans Egger (Bürger für Inzell) schloss sich dem an. „Die Energiekosten sind sehr hoch, da das Bad in die Jahre gekommen ist. Bei einem Neubau mit Sanierung wird sich der Energiebedarf deutlich verringern, was auch der Gemeindekasse zugutekommt“.
Bleibt das
Becken erhalten?
Der „Teilsanierung mit Neubauvariante“ des Hallenbades Inzell wurde von den Gemeinderäten auch bei einem Fördersatz von 40 Prozent der förderfähigen Kosten ohne Gegenstimme zugestimmt.
Der genaue Finanzplan wird vom neuen Gemeinderat festgelegt. Die Architekten werden nun beauftragt, die Planungen zur Erstellung des Förderantrags auf Basis der Variante 1 (Familienbad) zu erstellen. Dabei bleibt der Beckenkörper aufgrund des guten Zustandes erhalten.